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Friedhelms Seiten

I'm working on:

Ist der christliche Glaube noch haltbar?

Als Buch erhältlich wahrscheinlich ab August 2002, im Vorabdruck(ab August 2002) und in der Diskussion unter

>www.Jesus-und-Kirche.de<

Der Punkt  
Marginalien zu 
Gerold Prauss, "Die Welt und wir" Band 2
Der Staat  
 Was ist Faschismus?  Was ist Kunst? 
Max Black
Projekt Elias, Berlin


 

thats me

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Aktuelles:

11. Sept. , Afganistan, Terrorismus, Globalisierung, Bildung unter http://www.parteien-und-politik.de/

Kosovo -Kosovo
Kostunica und Djindjic
Putin und Jiang Zemin und ihre Schwierigkeiten

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(Warum so viele Webseiten? Frag ich mich auch immer. Der Grund: kostenlose oder billige Webspace ist relativ unzuverlässig. Funktioniert manchmal und manchmal nicht.) 

(Why so many Websites? This is my question everyday. Free of charge and cheap webspace is relative unreliable. Firms goes and disappear they break down, change terms and conditions. Please do not   lose your nerves. Friedhelm

Die wichtigsten Seiten/ the main sides in present see *
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

*http://www.friedhelm-schulz.de
*http://home.t-online.de/home/friedhelm-Schulz.Mail-Art/versuch.htm
*http://www.kommentare-zu-gerold-prauss.de
*http://people.freenet.de/Praussdiskussion
*http://www.jesus-und-kirche.de

*http://www.parteien-und-politik.de/

http://www.kulturserver.de/home/friedhelm/
http://www.mosaike-und-wandmalerei.de/
*http://kunst.freepage.de/friedhelm-schulz/

http://www.bbk-info.de/

http://www.list-of-important-artists.de/
http://nav.to/webandmailart
http://www.web-favoriten.de/friedhelm
*http://members.tripod.de/FriedhelmSchulz
http://fs9.nav.to
*http://www.das-blaue-schlaraffenland.de/

mailto:MailArtMuseum@aol.com

http://hometown.aol.de/mailartmuseum/index.html

http://hometown.aol.de/mailartmuseum

http://mitglied.lycos.de/FriedhelmSchulz       

http://www.kulturserver.de/home/friedhelm

 


 


http://www.friedhelm-schulz.de

thematisiert  Grundproblematiken unserer Zeit, die sich aus der Entwicklung im Sinne veränderter Situation und neuer Erkenntnisse ergeben.

http://home.t-online.de/home/friedhelm-Schulz.Mail-Art/versuch.htm

Zentrales Thema ist die Korrelation von Kunst und Kommunikation am Beispiel und als Mail-Art

http://www.kommentare-zu-gerold-prauss.de
http://people.freenet.de/Praussdiskussion

Gerold Prauss, der wohl wichtigste Philosoph unserer Zeit, geht konsequent den Weg der Erkenntnistheorie einen großen Schritt weiter von Berkley, Hume über Kant hinaus ins bisher Unbekannte, und seine neue Arbeit "Die Welt und wir" soll auf dieser Seite diskutiert werden.

http://www.jesus-und-kirche.de

Ist der christliche Glaube in bisheriger Form und Tradition noch haltbar, soll man das Glaubensbekenntnis verändern? Als Reaktion auf die üblichen Argumente gegen unseren Glauben, die Rudolf Augstein in einem Pamphlet und Buch zusammenfaßte und veröffentlichte, versuche ich eine angemessene Antwort: Man muß den Glauben sowohl als Folge wie auch als Ursache der Situation, wie aber auch der Entwicklung verstehen, der u. a. eben ein Lernprozeß ist.

http://www.Mosaike-und-Wandmalerei.de

Kommerzielle Werbung für Arbeiten

http://kunst.freepage.de/friedhelm-schulz/
http://members.tripod.de/FriedhelmSchulz

Übersichtsseiten und Beiträge zur aktuellen Politik und zum Bildungssystem

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Kostunica und Djindjiczurück
Was ist "Kultur der Freiheit"?

Was Milosevic demonstriert hat, war die alte Vorstellung vom "Wilden Westen": Für jemand, der Sheriff, Richter, Banken und Presse in der Gewalt hat, ist Anstand, Ehrlichkeit, Menschlichkeit und Gerechtigkeit eine Frage der „Cosa-Nostra" und nach außen und bei anderen nur Dummheit.
Nun, so war der Westen und kann es jederzeit wieder werden.
Ob Deutsche, Dänen, Franzosen oder Briten, wir waren noch vor gut 50 Jahren nicht anders und sind auch nicht durch gute Worte und allein zur Vernunft gekommen.
Natürlich sind wir in 50 Jahren keine besseren Menschen geworden.

Aber weniger DOPPELZÜNGIG

als eine
Kultur der Freiheit

und dies bedeutet nicht, daß die Menschen besser geworden sind,
setzt aber Lauterkeit des Einzelmenschen zumindest soweit voraus, wie Unlauterkeit sofort gesehen und durchschaut und einen Streit verursachen würde, wobei es sofort zu aussichtslosen Zänkereien und Streitereien bzw. Krieg käme, was dabei nichts als ein Zeichen von Dummheit wäre, weil die jeweiligen Betrüger nicht im Vornherein einsehen, daß sie durchschaut, erwischt, blamiert und wegen Blödheit aus der Gemeinschaft des zivilisierten Verhaltens ausgeschlossen werden:

==> Prügeleien der Ungebildeten, die zu langsam denken
==> und zivilisiertes Verhalten aufgrund von Vernunft.

Zivilisiertes Verhalten braucht aber nicht apriori ein Zeichen von ethischer Qualität der Zivilisation und gut zu sein, wenn diese z.B. im Konsens der Intrige eines gemeinsamen Verbrechens gegen Außenstehende z.B. gegen Dumme und Ungebildete geschieht: alte Europäische Zivilisation. Aber dieser Status-quo reicht dennoch in eine ethische Dimension:
Wenn man untereinander zivilisiert ist und gegen andere gemeinsam verschlagen, dann weiß jeder vom anderen, daß jeder verschlagen ist und nur bedingt durch die Zweckmäßigkeit der Gemeinschaft untereinander ein künstliches Wohlverhalten übt, das dann eben nur soweit reicht, wie die Zweckmäßigkeit der Gemeinschaft von größerem Nutzen ist, als das, was man durch Überlistung und Betrug gewinnen würde bzw. auf das man um des Friedens willen verzichten muß. Natürlich handelt es sich bei diesem Status-quo um eine Wertegemeinschaft, - die übrigens recht kompliziert ist und noch einige andere ganz wesentliche Aspekte besitzt. Aber dennoch ist dieser logische Aspekt für das Folgende fundamental.

Daß diese Wertestruktur durchaus noch schmutzig ist, wird deutlich, wenn man sich vorstellt, daß diese guten, christlichen oder islamischen Werte z.B. bei der Erziehung den Kindern als „Gut" mit Hilfe göttlicher und religiöser Gebote begründet vermittelt oder eingebleut wird, die dabei oft vereinfacht und nikolaushaft, jedenfalls nicht mit echter Überzeugung und ehrlich vertreten wird.
Diese Doppelzüngigkeit muß mit dem Erwachsenwerden dann nicht nur vom Erzieher eingestanden werden, sondern auch vom Erzogenen verlangt und eingefordert werden. Das heißt, der Erzogene muß nicht nur die einst ethische Begründung als naiv und kindisch abtun, sondern er muß die Doppelzüngigkeit als ein „höheres" Gebot mitmachen. Das stolze Erwachsenwerden heißt dann oft, Komplize und statt ehrlich nur loyal zu sein mit der Familie, der Sippe, dem Stamm, der Konfession, der Partei oder dem System.

Das zaghafte Licht eines friedlichen Miteinander, das mit Peristroika und Glasnost, mit dem Vermächtnis von Gorbatschow, Bush, Kohl, Genscher, Kinkel, und dem ehrlichen Bemühen von Blair, Chirac, Ahtisaari, Koschnewski, Putin, Fischer und auch Clinton und wohl inzwischen von den meisten Europäern und Asiaten, von Australien und Nord- wie Südamerika und Südafrika betrieben wird, ist sicher in der Weitsicht unterschiedlich - aber ganz entsprechend weniger DOPPELZÜNGIG.

Wir Menschen sollten uns ein gemeinsames Informationssystem leisten, das jeder mit seiner TV-Schüssel in seiner Sprache erreichen kann.

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Putin und Jiang Zemin und deren Probleme.zurück
von Friedhelm Schulz

Das Mitgefühl der ganzen Welt mit der russischen U-Boot-Besatzung zeigt, wie sehr wir - nicht zuletzt durch die Existenz der modernen Medien - eine Familie sind.
Beim Sonntagsgespräch der ARD-Presseschau am 27. August 2000 unter Fritz Pleitgen störte dennoch die westliche Arroganz dilettantischer Journalisten , die wohl kaum die z.T. zeitgleichen Bahn-, Buß- oder Flugzeugunglücke in eigenen Landen als Staatskrise diskutiert hätten.
Obwohl gerade wir Deutschen mit den Neuen Bundesländern die Schwierigkeiten und ungeheuren Kosten durch die abrupte Privatisierung einer ganzen Volkswirtschaft vor Augen haben, - das Tausendfache für dies kleine ehemalige DDR-Land, als es das Riesenreich der GUS an Schulden hat, der Preis für eine UMTS-Lizenz, -, ist es wahrscheinlich das bessere Gehalt für einen Westjournalisten und ohne Zweifel auch das Bedürfnis nach langentbehrter Überlegenheit, wodurch man verführt wird, den Stammtischrichter und Maßregeler zu spielen: „Was habt ihr mit unserem Geld gemacht!". Die 20 Milliarden, die der Westen in den Osten investierte, entsprechen in solchem Verhältnis etwa dem, als wenn ich einem Flüchtling aus einem anderen Land 5,00 DM gebe und ihm dann nach 10 Jahren vorwerfe, daß er davon noch immer keine florierende Existenz gegründet, sondern damals eine Limonade getrunken habe.
Fritz Pleitgen versuchte immerhin das Abgleiten in so ganz billige Geschwätzigkeit zu steuern, nämlich denjenigen, der den Schaden hat, nun auch mit Spott und Prügel zu versorgen.
Und es ist der gleiche billige Journalismus, der einen abrupten Umbruch auch für China mit fast einem Drittel der Menschheit forderte und fordert, obwohl kein Land der Welt und auch nicht alle zusammen dies würden finanzieren können und wollen, wobei man über viele Millionen Verhungernde, die abzusehen wären, nur die Schultern zuckt.
Natürlich sollen die Medien kritisieren.
Aber es ist wohl auch die noch immer aus westideologischen Gründen des „Kalten Krieges" weitgehende Tabuisierung der Problematik freier Marktwirtschaft und des Privateigentums, die es ja dennoch gibt, und es ist natürlich auch liebende Ungeduld, weswegen man die gefährliche Langsamkeit wirtschaftlicher Entwicklung in den einst sozialistischen Ländern leicht als Unfähigkeit und mangelnde Qualifikation irgendwelcher Schuldiger sieht - natürlich als die Schuld Putins. Natürlich ist es auch die rhetorisch verengte Thematik, als wäre da nur Putin mit seinem U-Bootspielzeug, er habe es kaput gemacht, weggeworfen, herzlos Menschen geopfert und sich dann versteckt und bräuchte nun seine Prügel.

Aber die Arroganz hat eben auch noch das alte Gesicht des „Kalten Krieges":
Privatwirtschaft auf der Basis der Akkumulation von viel Kapital in der Hand weniger als Voraussetzung der Arbeitsplätze für die „Masse", die sich in Europa und den USA über Jahrhunderte und erst durch Sklavenarbeit, Kolonialismus und lange unmenschliche Unterbezahlung, Mißachtung und Mißhandlung der Arbeitnehmer und entsprechend unmenschliche Willkür, von Sklavenhändler und -halter wie Unternehmer quasi „natürlich" entwickelt hat, entwickelt sich in den GUS-Staaten nun gerade 10 Jahre, wobei man den Prozess der Akkumulation ja nicht dadurch beschleunigen und humanisieren konnte, daß man wenigen Menschen einfach viel Geld zuschanzte. Wo es einige Wenige „irgendwie" schafften, gelten sie unserer Presse dennoch als die Bösen.

Man muß dabei Eigentum als ökonomisches Qualitätskriterium unterscheiden von einem ethischen Qualitätskriterium, das Karl Marx aus begreiflichen Gründen vor 150 Jahren gar nicht sehen konnte oder wollte, und das dahin führte, teils aus rhetorischen Gründen, teils aus politischer Erfahrung linker Parteien mit ihren Gegnern, in einem Unternehmer und Besitzenden nur den Bösen und sogar das Böse zu sehen, wie es in einigen Bibelstellen im Neuen Testament unseres christlichen Glaubens ja auch vertreten wird, Math. 19,23; Luk.18,23; u.a. ; aber man findet leicht auch Bibelstellen, wo Gott den guten Menschen mit Reichtümern belohnt. Daß kleinen Journalisten bei dem Tempo des Umbruchs schneller Reichtum in den GUS-Staaten sofort suspekt erscheint und sie die Globalisierung des Kapitals, die in aller Welt schon selbstverständlich ist, dort aber als Verbrechen hinstellen, wenn z.B. dort jemand seine Millionen in die Schweiz bringt, demonstriert nur, wie langsam und schwer das Umdenken auch im einstigen Westen ist.
Dennoch war es nicht zuletzt das sozialistische Argument der "Gerechtigkeit und Gleichheit" der vorigen Jahrhunderte, das in die Menschenrechte einfloß, diese unabhängig vom jeweiligen Besitzstand jedem zuzuerkennen und die nur sehr langsam Teil auch unseres Wertesystems wird.

Das ethische Qualitätskriterium des Eigentums in unserem Wertesystem.
Das ökonomische Qualitätskriterium erweist sich im Westen auf „natürliche" Weise dadurch, wenn man Besitz erwerben und erhalten bzw. vermehren kann bzw. konnte, und der Verlust bedeutet dann fehlende Qualität. Wir empfinden solche „Natürlichkeit" als empirisch objektiv. Als ethisches Qualitätskriterium, das bis heute auch im Westen unverstanden ist und nur in der Weise definiert wird, daß die Lohnarbeit als „Geschenk" des Unternehmers an den Lohnarbeiter ein volkswirtschaftlicher Segen und damit ein ethischer Akt ist und Rechtfertigung für Reichtum bedeutet, verführt derart dahin, auch den ethischen Wert eines Menschen nur an seinem Besitz zu messen, d.h. daß ein besitzloser Mensch wertlos ist.
Dieses ist in der Tat kompliziert und als Bewußtsein weitgehend unverstanden und kann zu den schlimmsten Verbrechen der Menschheit verführen, wenn man z.B. durch offene oder heimliche, bewußte oder unbewußte Verweigerung oder Verzögerung von Medikamenten, Wasser, Grundnahrung oder Grundbildung armer Bevölkerungen deren Anzahl dezimieren oder deren Entwicklung hemmen will, als handele es sich dabei um Ungeziefer und Unkraut. Bis heute sind es die Chinesen, die die Schulbücher und literarischen Arbeiten vieler afrikanischer Staaten in deren Sprache drucken, was früher auch in der DDR geschah.
(Siehe meinen Aufsatz „What about Germany" unter „http://www.kulturserver.de/home/friedhelm" und meinen Brief an Petra Pau unter „http://kunst.freepage.de/friedhelm-schulz".)
Daß jemand dagegen aus nationalem und ökonomischen Idealismus Unternehmer wird, ist wohl die Ausnahme; wenn jemand mit solchem Idealismus handelt, wie einst Rathenau, Siemens und die vielen handwerklichen Kleinunternehmer, ist es ein Segen für Arbeitnehmer und Lehrling, bleibt aber wohl die zufällige Ausnahme und kann auch nicht verordnet werden. In der Regel ist nur der Profit und die Selbständigkeit die Motivation.

Dennoch und gerade deshalb sollten auch westliche Kredite für Startkapital neuer Unternehmer in den GUS-Staaten sorgen.

Journalismus und Wertesystem.
Kann man ein Wertesystem vertreten und verteidigen, das wahrhaftig nicht unproblematisch ist, wo z.B. der Wert eines Menschen nach seinem Einkommen, nach seiner Krawatte oder Jacke, nach seiner Herkunft u.s.w  und sein Minderwert an schlechten oder billigen Schuhen, an der Zahnlücke, an fehlender Bildung u.s.w. gemessen wird? Mit dem man wie am Beispiel westlicher Chinakritik über ein paar zu riskierende Millionen verhungernde Menschen höchstens bedauernd mit den Schultern zuckt, - und nicht einmal das, was mir viele „Grüne" Grünschnäbel und „Rechte" Patrioten demonstrierten.
Wer einen Blick für ein paar Tausend oder Hundert oder Zehn Jahre in unsere Vergangenheit wirft und ein wenig in der gegenwärtigen Welt herumgekommen ist, muß unserem einstmaligen Außenminister Kinkel aber Recht geben, der den ungeheuren Wert und den Komfort unseres Wertesystems verteidigt. Man soll nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, aber dennoch gilt es zu reflektieren, um nicht unversehens zum Unmenschen zu werden.
Nun ist Rhetorik und nicht Denken das Handwerk des Journalisten. Ich weiß nicht, wie weit Rechts-, Staats- und Militärphilosophie inzwischen gediehen sind. Die Struktur unserer Werte ist nun mal recht kompliziert. Institutionell werden Werte im Elternhaus, in Kirche und Schule gelehrt und beigebracht, von Richter und Polizei geschützt und zum Teil mit Gewalt durchgesetzt. Dennoch weiß jeder, daß zu ihrer Funktionsweise die Allgemeingültigkeit gehört, wobei freier wie auch unfreier Journalismus nicht anders als Elterm, als Rechts- und Staatsdiener sowohl Mund wie Ohr, Folge wie Ursache von Allgemeingültigkeiten sein können, weil genau wie ein Journalist so auch ein jeder sowohl wertet wie gewertet wird und gewertet werden will. Wer in die Vergangenheit sieht, kann beobachten, daß sich die Menschen schneller den Werten anpassen, als sich die Begriffe und Werte dem allgemeinen Denken der Menschen anpassen, wobei man sich behelfsweite Begriffe und Werte wie leblose Apparate vorstellen kann, die natürlich dennoch menschengemachte Artefakte sind. So gehörte einst Gegnerschaft von Aristokratie, Leibeigenschaft, Sklavenhalterei, Kolonialismus u.s.w. zum Bösen, und Gegnerschaft von Sozialismus, Sozialdemokratie, Demokratie, Menschenrechte u.s.w. zum Guten. Obwohl sich solche Wertungskriterien geradezu jeweils ins Gegenteil verkehrt haben, als neues und modernes Wertbewußtsein, ist es bei diesen merkwürdigen Dingern wie bei alten Automarken, sie bleiben hartnäckig in unserem Bewußtsein.
Wir sind bis heute noch fasziniert von der „Herrlichkeit" unmenschlicher Despoten. Dies ist ein Problem. Ein weiteres ist jedoch das oft komplizierte quasi grammatikalische Verhältnis unterschiedlicher Werte untereinander: so gilt z.B. Betrug als negativ und Klugheit als positiv, wobei Betrug andererseits zugleich als natürlich gilt und z.B. als Tarnfarbe, als List und Tücke in Tier- und Pflanzenreich ein Geschöpf Gottes und zum Überleben notwendig ist und uns auch als ein kluger Betrug wie beim „Hauptmann von Köpenick" in rechter Konstellation fasziniert.
Natürlich sind Werte keine empirischen Gegenstände wie Staubsauger, die wie neue und alte Autos herumfahren oder irgendwie durch die Lüfte schwirren. Da es von ihnen viele Hunderttausend gibt, nach denen wir uns richten und die wir schön miteinander kombinieren können, gäbe dieses auch ein unübersehbares Geklapper und Gedränge. Dennoch sind Werte etwas Konkretes, die sich trefflich instrumentalisieren und inszenieren lassen, wobei die eigentlich betrügerische, aber wohl eher nur formale Inszenierung als durchschaubare oft geradezu zum guten Ton gehört und wobei die nur von weniger Menschen durchschaubare teils zur augurenhaften, intellektuellen Überlegenheitsdemonstration zählt, was heute von Jugendlichen geradezu zelebriert wird. Aber es ist gerade die Selbstverständlichkeit des alltäglichen Instrumentalisierens solcher Apparate, die andererseits zugleich auch ein Instrumentalisieren von Menschen versucht oder bedeutet, was derart verkürzt dargestellt eher wie absurde Fiktion klingt, aber im vorigen Jahrhundert noch regelrecht zum Instrumentarium für Machtergreifungen gehörte.

Jedenfalls gehört zum guten Journalismus einer Weltgemeinschaft mit zunehmend gemeinsamen Werten eine abgeklärte Reflexion genau darauf, was keineswegs eine Beseitigung der Werte bedeutet, wenn schlechte Journalisten dies auch versuchen und unfähige nur demonstrieren, daß sie unmündiges Objekt statt mündiges Subjekt sind.
Friedhelm Schulz, 30. August 2000

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