Grundprobleme jeder Bildungstätigkeit:

1. Sich bilden.
2. Andere bilden.
Was tun bei einem Mißverhältnis?

Information als Kenntnis.
Information als Weltanschauung.
Bildung und Selbstverständnis.
Bildung als Gesellschaftsstruktur.
Weltanschauung als Information.
Bildung als Macht, Vorsprung und Überlegenheit in Geschichte und Gegenwart.
Bildung als Voraussetzung von Nationalismus, Patriotismus und konfessioneller und religiöser Zugehörigkeit und Krieg.
Mißbrauch von Bildung.
Bildung als Voraussetzung gegenseitigen Verstehens und Frieden.
Bildung als Voraussetzung Probleme und Konflikte zu lösen.
3. Alte und neue pädagogische Methoden, Systeme und wissenschaftliche Einsichten.
4. Neue pädagogische Versuche.
5. Lernpsychologie
6. Wie lange dauert der Weg von einer Einsicht bis ins Schulbuch? In Europa zwei bis zehn Generationen. In Afrika?
7. Wie lange dauert der Weg von der lernpsychologischen Einsicht bis zu einer allgemeinen Umsetzung in Schulen? Vier bis neun Jahrhunderte.
8. Was am Schulsystem ist Sozialisationsprozeß?
9. Bestehende Zugangsstrukturen zu Informationen: Voraussetzungen, Schule, Universität, Buchhandlung und Büchereien, Internet.
10. Das Verhältnis von Lernenden und Lehrenden - bzw. umgekehrt - als Sozialmodell. Was tun bei einem Mißverhältnis?
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10. Das Verhältnis von Lernenden und Lehrenden - bzw. umgekehrt - als Sozialmodell.
Was tun bei einem Mißverhältnis?

Das Mißverhältnis von Schüler und Lehrer kann viele Ursachen und Formen haben.
In der Tat sind besonders die noch junge Demokratie noch immer überlagert von aristokratischen bis despotischen Vorstellungen mit allen Versuchungen und Neigungen, die sich aus der Machtsituation von Obrigkeit nun mal ergeben. Dies gilt aber auch für die Familien, Betriebe, Verwaltungen auch der schon älteren Demokratien wie der der USA aber auch denen der sozialistischen Staaten und gilt besonders für Deutschland. Man muß dabei an die langsame Entwicklung über viele Hunderttausend Jahre denken, in der sich Sprachen und Kulturen bildeten, mit denen sich wiederum solche Unsitten weiter vermitteln, - was meist darin besteht, sowohl andere zu unterwerfen wie auch sich selbst. Das sog. Machtwort gilt noch immer als Zeichen der Qualität und ist für jede Obrigkeit meist auch das einfachste.
Vor noch nicht langer Zeit - vielleicht 30 000 Jahre - war der Schritt zu Ackerbau und Viehzucht ein großer Fortschritt und man dressierte dann die eigenen Kinder wie auch Sklaven und Untergebene nach dem effektiven Vorbild, wie man Haustiere dressierte. Die Bibel ist ein treffliches Lehrbuch für solche Tradition in unserer Vergangenheit.
Sicher wäre nur dieser Gesichtspunkt eine unzulässige Vereinfachung der komplizierten Bildungsstruktur unserer Gegenwart. Dennoch sollte in der Schule einer Wissensgesellschaft niemals - auch nicht unwissentlich und unbewußt - Wissensvorsprung als Machtvorsprung und als Machtinstrument praktiziert und damit vermittelt werden, was nichts anderes bewirkt, als „Untergebene" möglichst in Unwissenheit zu halten, wie der Europäer es in den Kolonien und auch im eigenen Land noch vor hundert Jahren ganz bewußt betrieb. Wir brauchen unsere Bildung, um unsere Probleme meistern zu können. Mit Idioten kann keine Demokratie gelingen und auch nicht der Erhalt einer friedlichen Welt.
Gerade für die jüngsten Schüler sollten deswegen die pädagogisch bestqualifizierten Lehrer ausgesucht werden.
Aber auch Pädagogen sind Menschen und ganz menschliche Konflikte mit einzelnen Schülern sind wohl unvermeidlich.

Es besteht dabei die Gefahr, daß sowohl die Existenz des Lehrenden, meist aber wohl die normale Existenz des Lernenden regelrecht zerstört werden kann.
Ein solches Mißverhältnis ist ein soziales Geschwür, ein Unglücksherd.
Statt daß man die Schuld einfach dem rangniederen Schüler gibt, weil er eindeutig der Gegenstand des Problems ist, wäre hier meist eine Qualifizierung des Pädagogen der beste Weg, soweit die Lernpsychologie bereits Einsichten besitzt. Jedenfalls ist auf dem lernpsychologischen Gebiet viel Grundlagenforschung angebracht. Die althergebrachte Methode, den problematischen Schüler "zu brechen", "kleinzukriegen", ihn zu bestrafen, zu beleidigen, zu diskriminieren, sollte wie die Prügelstrafe verboten und als Verstoß gegen die Menschenwürde auch geahndet werden.
Das übliche - in der Sache oft berechtigte - Gegenargument, daß Schüler dieses ausnutzen, um sich dem Unterricht verweigern zu können, öffnet den Blick auf das übergeordnetes Thema von Problematik: Schule muß als bezahlter Dienstleister - und nicht als Obrigkeit - das ganz natürliche Lernbedürfnis aller Kinder und Menschen fördern, verstärken und befriedigen. Wenn Schule - oft in der Sache auch berechtigt - wie Terror und Zeitverschwendung empfunden wird, dann erfüllt der Betrieb die gestellte Aufgabe nicht.
Eltern müssen in Einzelfällen versuchen, den Pädagogen umzustimmen, zu informieren, notfalls zu bestechen oder zu bedrohen; letztes Mittel ist ein  Schulwechsel, um ein Kind vor der seelischen Verstümmelung und vor der Zerstörung einer normalen Entwicklung zu bewahren.

Ein modernes Mittel ist, eine Problemsituation im Internet öffentlich zu diskutieren: So behauptete jüngst in Einbeck eine Lehrerin während der Elternversammlung, in ihrer Schule könne man Legastenie heilen und brauche deswegen keine Sonderbehandlung der betroffenen Schüler.
 

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