Irak-Krise, der UN-Sicherheitsrat am 7. März 2003

Saddam versucht, seine Waffen über die Zeit zu retten.

 

 

 

Joschka Fischer äußerte im Namen der Deutschen entweder absolut stumpfsinnige Rhetorik wider besseres Wissen, entgegen bestehender Tatsachen, - oder aber 2. er schrie außerhalb jeder Besinnung prophetisch sibyllische Signale.

Beides kann einem das Grausen machen.

1. Druck soll sein, sagt Fischer. Die USA und die Briten als Wachhund an der Leine der Grünen, der zwar bellen aber nicht beißen darf. USA und Briten dürften auf eigene Kosten zwar drohen, es aber nicht ernst meinen. Aber das wäre eben kein Druck und hätte auch keinen Erfolg gebracht. Fischer weiß das. Saddam könnte ganz unbesorgt Zeit gewinnen und seine Waffen über die Runde retten und ausbauen – wie bisher - und weiterhin den Mord an Israelis zu finanzieren. Letzteres ist aktiver Terror – wenn auch „nur“ gegen Juden.

2. Saddam setzt bei einem Angriff durch die USA und die Briten als Verteidigung chemische und biologische Waffen gegen die USA und Briten ein. Viele tote Soldaten und irakische Opfer; die Eroberung mißlingt: Fischer wird sagen: Ihr hättet auf uns hören sollen. Es geschieht euch recht. Es ist eure Schuld. Ihr seid die Mörder eurer Soldaten und unschuldiger Iraker. Saddam war berechtigt, sich zu verteidigen.

Vielleicht würde es ja tatsächlich gelingen, über Monate und Jahre, diese Waffen zu finden, wenn die USA ein paar Jahre oder Jahrzehnte lang alle drei Wochen „letztmalig“ einen Angriff androhen.

 

 

Igor Iwanow dachte wahrscheinlich an Tschetschenien als einen ewigen Dauerkonflikt.

 

Frankreichs de Villepin hielt die intelligenteste und bedenkenswerte Rede gegen eine sofortige Militärintervention. Er setzte den fast weltweiten Konsens für eine gewaltfreie Lösung von Konflikten als Wert an sich, als wertvolle Erscheinung unserer Neuen Zeit, über diesen dagegen relativ unwichtigen Schmutzfleck Irak. Besser mit dem Teufel in Frieden leben.

 

China schloß sich dem an.

 

Collin Paul. Daß sich niemand der friedfertigen braven Weltbürger bei den USA und den Briten für den Aufwand an Kosten Militär und Mühe bedankte, dem jeder Erfolg schließlich zu verdanken ist und darüber hinaus stillschweigend auch die Sicherheit vor solchen Saddams, zeigt allzu deutlich, dass man die USA ganz selbstverständlich – wenn auch unausgesprochen - als den Sheriff der neuen Welt und der neuen Zeit ansieht, der auch dann noch gerecht ist, wenn man ihn beschimpft.

 

Al Douri als Vertreter des Iraks hatte vor dem Sheriff schlechte Karten.

 

Wir sehen die beiden scheinbar einander entgegenstehenden Fronten.

Man verzeihe mir die Vereinfachung.

Was de Villepin nur andeutete:

Wenn man in Paris, New-York, Berlin, Rom, Casablanca, Honkong, Singapur, Shanghai, Tokio, Sydney oder sonst wo in der zivilisierten Welt ins Café oder über die Straße geht, sich sonst wo trifft, und dabei nicht überfallen, verprügelt, bedroht, angefeindet oder ausgeraubt wird, sondern dass man sich gegenseitig akzeptiert, achtet und dass jeder für jeden eine Bereicherung darstellt, auch oder gerade wenn man in vieler Hinsicht vielleicht unterschiedlicher Ansicht und Konfession ist, dann ist dieser Frieden in Freiheit ganz sicher ein Bedürfnis und erstrebenswertes Ziel auch für die weltweite Völkergemeinschaft, wie sie in den gegenwärtigen Demonstrationen sichtbar wird. Es sind mehr als nur sehr schöne und hoffnungsvolle Signale für das Zusammenwachsen der Völker. Dieser Wunsch aller Menschen kann eben nicht erfüllt werden durch den Polizeistaat oder durch strenge weltliche oder religiöse Diktatur und ist auch nicht das Ergebnis von Polizeistaat oder weltlichen oder religiösen Diktatur, wie wir alle wissen. Wir alle stammen als einstige Untertanen aus weltlichen oder religiösen Diktaturen und Monarchien. Als solche sind wir nach Amerika geflohen oder als Sklaven transportiert worden. Und es waren die USA, die solche Freiheit realisierten und nach Europa zurückbrachten. Und es ist in der Gegenwart des neuen Jahrtausend mehr als nur ein positives weltweites Wetterleuchten von Einheit. Es ist mit dem heutigen Wissen der menschlichen Geschichte praktisch ein Wiedererkennen. Wir sind Brüder und Schwerstern. Dies ist wichtiger als der kleine Misthaufen am Euphrat und Tigris. Im Gegenteil, die Menschen dort gehören zu uns. Dort stand eine Wiege unserer Kultur, wie die andere in Ägypten, eine andere in Indien, eine andere in China.

 

Dennoch gibt es an all den genannten Orten wie Paris, New-York, Berlin, Rom, Casablanca, Bombay, Honkong, Singapur, Shanghai, Tokio, Sydney oder sonst wo in der zivilisierten Welt Kriminelle, die diese Freiheit ausnutzen und ihr Glück in Raub, in Mord und Totschlag versuchen und für ihre „Machtergreifung“ nutzen. Und für diese gibt es Polizei, Richter, Anwälte und Strafgesetzbücher.

Und dennoch gibt es überall Leute, die dezisionistisch und gewissenlos alles für erlaubt, gut oder notwendig erklären, was nicht verboten ist. Die einen wollen aus Geilheit den pornographischen Weltfrieden: jeder, jede f... jeden und jede und die jedes Land, insbesondere der 3. Welt, als billiges Bordell betrachten und dort Aids und Unglück verbreiten, und die anderen wollen aus Machtgelüste die religiöse Diktatur. Gott schütze uns vor beiden Entartungen.

 

Es ist ein Glück, dass J.W. Bush ein religiöser Mensch ist, von dem jeder weiß, dass er den Islam nicht zum Christentum bekehren will und auch sonst keine Religion, und dass er keine Polizeidiktatur und keine Weltmachtergreifung anstrebt. Es sind schlicht Dummköpfe, die ihm solches unterstellen, meist ist es in Deutschland parteipolitisch missbrauchte Rhetorik wider besseres Wissen, oder es ist Bösartigkeit.

Wie nicht zuletzt der 11. Sept. deutlich machte, befinden sich die USA nun mal noch immer in der Rolle des Sheriffs, der einzigen Macht, die sowohl jene Freiheit, von der jeder träumt, vertritt, wie sie auch die Vernunft, den Willen und die Fähigkeit besitzt, dem weltweiten Terrorismus und allen Tendenzen der „Machtergreifung“ durch irgendjemand entgegenzutreten.

 

Diese notwendige Zwangsjacke für den Irak durch die USA und die Briten einerseits und andererseits die Friedensbewegung sind also nach dieser Sichtweise keineswegs Kontrahenten, sondern zwei Komplementäre der neuen Zeit. Wo immer jedoch diese neuen Paradigmen einer Menschheit in der Begrifflichkeit des alten Jahrhunderts der Weltkriege auftreten, kommt es zu diesen merkwürdigen Irrationalismen, zu den paradoxesten Argumenten, als sei Bush der Böse, als seien die Amerikaner die Gefahr. Bush könnte höchstens daraus lernen, dass er sein Bildungsprogramm am Anfang seiner Präsidentschaft vernachlässigt hat, das für die Menschheit fast so lebensnotwendig ist, wie Wasser. Denn etwas komplizierter ist der Konflikt schon, wie er hier dargestellt ist, wenn man die noch weitgehend ungeregelten Automatismen des Wassers, der Energie, des Geldes, des Handels u.s.w. einbeziehen will.

 

Aber es wäre schrecklich, sich vorzustellen, dass diese ganze Weltgemeinschaft in Kriegseuphorie verfallen wäre mit der gleichen Undifferenziertheit wie heute die Friedensbewegung, dass also jeder Moslem und jeder Iraker wie im vorigen Jahrhundert die Deutschen und Vietnamesen, die Kommunisten und Chinesen schlicht als Unmenschen und Schweine verschrien und mit Lust und Juchhe überall gejagt und getötet würden.

 

Man kann nur sagen, dass die Bushregierung bis jetzt mit sehr viel Glück, Umsicht und Vernunft gehandelt hat und genau dies verhindert und vermieden hat.

Und falls es zum Krieg kommen muß, sei nur zu wünschen und man sollte beten, dass sich Saddam nicht mit bakteriellen. chemischen oder radioaktiv verseuchten Waffen wehrt und die US Streitmacht samt den britischen Soldaten trifft, die einsam bereit sind, dieser neuen Gefahr des neuen Jahrhunderts zu begegnen.

FS

 

 

 

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