Ein neues Irak, die Hoffnung im Nahen Osten.

 

Vielleicht sind die Erwartungen eher zu hoch, wie sie bei vielen Irakern, Iranern, Syrern und Jordaniern und auch Palästinensern jetzt bestehen, die den Einbruch der Neuen Welt in ihre Provinz erwarten, mehr als 65% würden sofort in das neue Europa und in die USA, nach Kanada oder Australien auswandern und hoffen auf eine Angliederung. Das alte System der Bevormundung beibehalten wollen natürlich immer und überall die alten Nutznießer des Systems, wie es nicht anders in Deutschland war während und vor den Weltkriegen.

 

Die reale, gültige Welt ist ja nicht nur der sog. Westen mit der individuellen Freiheit, dem Wohlstandes und der Menschenrechte, sondern ist die eigentliche Welt rund um den Globus inzwischen, wo Objektivität, wo jede Entwicklung in Wissenschaft und Technik, in Medizin und sozialem Miteinander und der gegenseitigen Achtung herkommt. Es sind die entwickelten d.h. zivilisierten Staaten.

 

Ich sehe viele Grüne und Krieggegner nun regelrecht enttäuscht im Schmollwinkel, auch Herr Bar und der Altbundeskanzler Schmidt, wie es eine Wochenzeitung nennt, enttäuscht vom Erfolg, von der Besonnenheit, der Klugheit und der glücklichen Hand der Amerikaner und Briten bei dieser Intervention im Irak gegen einen unmenschlichen Despoten, die ohne Zweifel einem dauernden und schlimmeren Desaster im Nahen Osten zuvorgekommen ist. Man soll sich nur mal eine Zukunft, wie in den „ twelve monkeys“ vorstellen, in der man z.B. hinter einer SARS-Tragödie Terrorismus vermuten muß, wie hinter den Selbstmordattentaten. Es war doch die regelrecht geistige Krankheit und menschenverachtende Disposition des Despoten, wie man bereits an den Statuen im Irak zweifelsohne erkennen kann, wovon jede denkbare Gefahr und der wirtschaftliche Ruin des Landes ausging.

Und so sieht man Optimistisches über den Nahen Osten nur in englischsprachigen Medien, während deutschsprachig mit regelrecht gehässiger Verbissenheit fast nur Hiobsbotschaften, Katastrophen, Kritik, Bedenken und Apokalypsen gepredigt werden, als trauere man dem Despoten hinterher, als wären nun die Deutschen selbst entmündigt worden. Man predigt mit deutscher Voreingenommenheit im Grunde die Bedrohung eines islamischen Ökosystems durch den Westen und bezeichnet oft wörtlich „Rechtsstaat“ im Irak als amerikanischen Hegemonismus, ohne zu merken, dass man dabei Moslems eher wie unfähige Idioten oder wie eine bedrohte Affenart, denn als normale Menschen einstuft.

 

Es war doch Saddam, der die vereinbarten Waffenstillstandsvereinbarung von 1991 zum 1. mit den USA und 2. mit den Vereinten Nationen gebrochen hat, und der glaubte, mit beiden nun endlos spielen zu können, - und zwar auf Kosten der USA und der Briten und auf Kosten seiner „eigenen“ Bevölkerung.

 

Wenn ich – den deutschen USA-Kritikern keineswegs provokativ gesagt – von der Erwartung einer Ein- oder Angliederung auch der Moslems in und an die reale, gültige Welt der individuellen Freiheit, des Wohlstandes, der Menschenrechte, der Objektivität und Wissenschaft und der gegenseitigen Achtung spreche, wodurch ein islamischer Glaube ja nicht verneint oder ausgeschlossen wird, sowenig wie der christliche, jüdische, buddhistische oder hinduistische in Indien, dann gehört natürlich zu dieser erwarteten Welt und zu dem Zugehörigkeitsgefühl ganz automatisch die kritische Grundhaltung gegenüber allen Großmächtne, die Kritik also an die USA, an Russland und China und bedeutet natürlich, gegen Krieg, Sklaverei, Folter und Ungerechtigkeit zu sein, als die Grundposition jeder Emanzipation.

 

Für Krieg, als ein legitimer Bereich, in dem unschuldige Menschen getötet werden, kann es keine Rechtfertigung und Bejahung geben, es sei denn einen solchen und das Töten unschuldiger Menschen zu verhindern oder zu beenden. Anders wäre solches nichts anderes, als z.B., sich für den 11. Sept. 2001 eine mögliche Rechtfertigung denken zu können, nämlich auch den Terror unter bestimmten Bedingungen zu rechtfertigen.

 

Wenn ich von vielleicht zu hohen Erwartungen an die Koalition spreche, meine ich, daß die „eigentliche“, die „reale“ Welt, - im Unterschied zu Verhältnissen ohne Rechtssicherheit und Rechtsstaat, - keineswegs eine heile und fertige Welt ohne Probleme ist. Im Gegenteil, gerade durch die Freiheit der Medien, durch die Abhängigkeit jeweiliger Regierungen von demokratischen Entscheidungen und durch die Freiheit eines jeden Individuums, muß die neue Situation erst mal wie Chaos erscheinen. Und es ist normal, dass Menschen im Irak nicht nur jubeln, sondern beginnen, das zu tun, was bis dahin verboten war, nämlich Opposition zu den gerade Herrschenden zu üben. Es ist nicht Undank, sondern Annahme, Übung und Gebrauch des Geschenks.

 

Daß dann möglichst bald alles innerhalb institutioneller Regeln verläuft und nicht im Chaos und in neuer Diktatur erstickt, kann nur die Aufgabe der neuen Iraker mit Hilfe der erfahrenen und bisher umsichtigen Amerikaner sein.

 

Und es sollte auch für die gehässig-verbissenen Deutschen eigentlich verstehbar sein, dass es auf beiden Seiten eben nicht um Kriegbefürworter und Friedensengel, um Böse = USA und Gut=Schröder geht, sondern, dass es Briten und Amerikaner ebenso um Frieden ging und geht, wie den Friedensdemonstranten in aller Welt.

 

FS