Das Paradies im Islam 630 n.Chr.
Abschnitt 1
11. September 2001. aktualisiert 10. Okt.

Afghanistan
September 11. 2001
Okt. 7. 01, der Gegenschlag
Das Selbstmordattentat als logisches Problem.
Eitelkeit und verletzte Eitelkeit als Identität.
Zivilisiertes  Miteinander
aller Nationen- auch des Islams.
 Was ist Gott?
 

Demokratie und Obrigkeit
Entwicklung in Religion und Politik seit 630 n.Chr.

Abschnitt 2
Dschihad
Römerbrief
Das Paradies im Islam
Ein logisches Problem
 
 

Abschnitt 3
Titel 1
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Titel 3
Titel 4
Titel 5

Abschnitt 4
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Titel 5
Titel 6
 

PARADIES
Lexikon des Islam nach Thomas Patrick Hughes

Das muslimische Paradies heißt AI-Dschanna, »der Garten«, das Wort AL-Firdaus, »das Paradies«, bezieht sich nur auf einen bestimmten Bezirk des Ortes der Glückseligkeit. Im Koran werden acht Himmel oder Paradiese erwähnt, und obwohl es den Anschein hat, daß es sich dabei lediglich um verschiedene Bezeichnungen ein und desselben Ortes handelt, sind die muslimischen Gottesgelehrten der Überzeugung, daß sie acht verschiedene Stufen der Seligkeit bezeichnen. Diese sind:
1. Dschannatu ,l-Khuld (Sure 25, 16), der Garten der Ewigkeit.
2. Daru‘s-Salam (Sure 6 127), der Ort des Friedens.
3. Daru‘l-Qarar (Sure 40 42), der Ort, der bestehen bleibt.
4. Dschannatu‘l-‘Adn (Sure 9, 73), der Garten Eden.
5. Dschannatu ,l-Ma ,wa (Sure 32 19), der Garten der Zuflucht.
6. Dschannatu‘n-Na‘im (Sure 5, 70), die Gärten der Freude.
7. ,Jlliyun (Sure 83 18).
8. Dschannatu‘l-Firdaus (Sure 43 107), die Gärten des Paradieses.

Die sinnlichen Genüsse des muslimischen Paradieses sind sprichwörtlich, und sie müssen einen beträchtlichen Einfluß auf die Menschen ausgeübt haben, als Mohammed sie ihnen während seiner Mission bekannt gemacht hat. Sie werden im Koran häufig erwähnt, es folgen einige Beispiele.
Sure 76 12-22: »Und (Gott) belohnt sie, weil sie geduldig ausgeharrt, mit Garten und Seide. Darinnen hingelagert auf Ruhe-betten, wo sie Sonnenglut nicht sehen und nicht Eiseskälte. Und nahe über ihnen (der Bäume) Schatten, und niedrig hängen deren Früchte nieder. Und
man umkreist sie mit Gefäßen aus Silber und Bechern wie Flaschen. Flaschen aus Silber, deren Maß sie messen. Und da reicht man ihnen zum Trinken einen Pokal, dessen Mischung aus Ingwer. Aus einem Quell dort, —*Salsabil genannt. Und ewige Jünglinge werden um sie kreisen; wenn du sie siehst, du hältst sie für Perlen, hingestreut. Und wo du hinsiehst, du siehst Wonne und ein großes Reich. Über ihnen Gewänder aus grüner Seide und Brokat, geschmückt mit Armspangen aus Silber; und ihr Herr tränkt sie mit reinem Trank. Wahrlich, dies ist euer Entgelt, und eure Bemühung ist bedankt.«
Sure 56 12-39: »In Wonnegärten. Eine Schar von den Früheren. Und wenige von den Späteren. Auf gewirkten Polstern. Gelehnt, einander gegenüber. Es umkreisen sie Jünglinge, unsterbliche. Mit Pokalen und Krügen und Bechern des Flüssigen. Davon sie nicht Kopf-schmerz haben noch trunken sind. Und Früchten, von denen sie wählen. Und Fleisch vom Geflügel, von dem sie begehren. Und schwarzäugige (Jungfrauen), wie Perlen in der Muschel. Ein Entgelt für das, was sie getan. Sie hören da keine lose Rede und nichts Sündhaftes. Nur das Wort: >Frieden,
Frieden!< Und die Genossen der Rechten. Was ist mit den Genossen der Rechten? Unter dornenfreien Lotosbäumen. Und blütenreichen Akazien. Und gedehntem Schatten. Bei rieselndem Wasser. Und vielen Früchten. Nicht zugezählt und nicht behindert. Auf hohen Polstern. Wir schufen sie in Erschaffung. Und machten sie jungfräulich. Liebreich und gleichaltrig. Den Genossen der Rechten. Eine Schar von den Früheren.
Sure 55 54-56: »Hingestreckt auf Polstern, deren Einlage aus Brokat, das Pflücken der Gärten nahe. Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr verleugnen? Darinnen <Jungfrauen) keuschen Blickes, die kein Mensch vor ihnen berührt und kein Geist.«
Sure 47 16-17: »Das Bild des Paradieses, das den Gottesfürchtigen verheißen ist; darin Ströme von Milch, deren Geschmack unvergänglich, und Ströme von Wein, wohlschmeckend für die Trinkenden. Und Ströme von Honig, geläutert. Ihnen sind da Früchte allerlei, von ihrem Herrn.
Die Beschreibungen der himmlischen Regionen und die der versprochenen Genüsse sind noch ausführlicher und detaillierter in den von den Traditio
nen überlieferten Aussprüchen des Propheten.
Abu Musa überliefert, der Prophet habe gesagt:
»Wahrlich, im Paradies wird jeder Muslim ein Zelt besitzen, das aus einer einzigen ausgehöhlten Perle gemacht ist, die einen Durchmesser von 60 Kos hat; und in jeder Ecke dieses Zeltes befindet sich eine seiner Frauen, und sie können sich nicht gegenseitig sehen, und der Muslim liebt sie abwechselnd.« Abu Sa‘id überliefert, der Prophet habe gesagt: »Und noch der letzte im Paradies wird achtzigtausend Sklaven haben und zweiundsiebzig Frauen und wird ein Zelt besitzen, das aus Perlen, Rubinen und Smaragden gefertigt ist. Wer auf Erden jung oder alt gestorben ist, wird dreißig Jahre alt sein und nicht älter, wenn er das Paradies betritt.«
»Wahrlich, ein Mann im Paradies wird auf siebzig Kissen ruhen, und eine Huri des Paradieses wird zu ihm treten und ihn an der Schulter berühren, und der Mann wird sein Gesicht in ihrer Wange sehen, denn diese ist heller als ein Spiegel. Dann wird der Mann sie grüßen, und sie wird den Gruß erwidern, und er wird sie fragen: >Wer bist du?< , und sie wird antworten:
>Ich gehöre zu denen, die Gott den Tugendhaften versprochen hat.< Und sie wird siebzig Gewänder tragen und eine Krone, deren geringste Perle die Erde zwischen Ost und West erhellen kann.«
Eine der Attraktionen des Paradieses ist der Fluß —>Kauthar. Nach Anas hat der Prophet gesagt: »Es ist ein Fluß, den Gott mir im Paradies gegeben hat. Sein Wasser ist weißer als Milch und süßer als Honig, und auf seinem Wasser sind Vögel, die Hälse wie Kamele haben.«
Es folgen einige Beispiele dafür, wie der Prophet versucht, das Paradies verschiedenen Geschmacksrichtungen anzupassen.
Abu Aiyub berichtet: »Ein Araber kam zum Propheten und sprach zu ihm: >0 Gesandter Gottes, ich liebe Pferde. Gibt es auch Pferde im Paradies?< Der Prophet erwiderte:
>Wenn du ins Paradies aufgenommen wirst, wirst du ein Pferd aus Rubin erhalten, das zwei Flügel hat und dich überall hinbringt, wohin du möchtest.< «
—>Abu Huraira sagt: »Der Prophet berichtete von einem Mann im Paradies, der den Herrn um Erlaubnis bittet, Land zu bebauen, worauf Gott spricht: >Hast du nicht alles, was du dir wünschen könntest?
Wozu willst du noch Land bebauen?< Darauf antwortet der Mann: >Ja, alles ist vorhanden, aber ich liebe den Ackerbau.< Daraufhin erhält er die Erlaubnis, Pflanzen anzubauen, und wenn er sät, dann wächst die Frucht schneller als ein Augenzwinkern.«