11. Sept. 04

US-Präsident George W. Bush verändert den Nahen Osten,

Putins Verantwortung in Tschetschenien und ganz Asien.

 

Mehr noch als bisher die USA und Europa sind Israel, Russland, Indien und Afrika von dieser Perversion des sog. Islams betroffen, die nach der Wende des „Kalten Krieges“ an fast allen Grenzen zu islamischen Staaten Schrecken und Terror verbreitet und derart explodierende Menschenkörper als islamischen Glauben ausgibt und anpreist und Länder und Völker derart durch Terror erobern und dann mit solchem Terror auch regieren will – wie einst die Taliban Afghanistan.

 

In der Tat gerät der Islam zunehmend als Barbarei in Verruf.

 

Ist der Islam heute ein herrenloses Schiff, das jeder Pirat einfach kapern kann, so wie im christlichen Abendland sich die Mafia als christliche Bruderschaft definierte und mit Terror Geschäfte machte und nach der Macht griff, bis sie letztlich mit Militärgewalt zumindest in den kriminellen Untergrund und in die Gefängnisse abgedrängt und als wertbestimmender Faktor geschwächt wurde?

Und es kann doch nur der Teufel sein, der mit diesem islamistischen Irrsinn Angst vor dem Islam verbreiten und die Angst vor dem Islam auch noch als Rechts- und Staatsform erzwingen will.

Wie ist solche menschenverachtende Verirrung zu verstehen?

Ohne Zweifel sind die Urheber und Drahtzieher des weltweiten Terrors wie Ben Laden und die Taliban, die sich, wie wörtlich oft genug verlautbart, als Besieger des Kommunismus wähnen, noch immer eklektisch verseucht von der dipolaren Ideologie des ‚Kalten Krieges’, für die sie sich einst engagieren ließen in der wahrhaft üblen und menschenverachtenden Bedeutung auf beiden Seiten, dass für das „Gute“ jedes Mittel recht sei.

 

Putin tut gut daran, nicht jeden Terroranschlag auch noch hochzuspielen, womit die Medien wie z.B. Al Dschasira als Megaphon instrumentalisiert werden sollen , wie es die Drahtzieher des Terrors durch möglichst grausame und rein zahlenmäßig hohe Menschenopfer zu erreichen beabsichtigen, wie darauf in Deutschland selbst die staatlich-öffentlichen Medien wie die ARD die Terroristen in Tschetschenien noch immer als Freiheitskämpfer bezeichnen und den Terror damit sogar noch legitimieren und bestärken.

Mehr noch, als bei der jungen deutschen Demokratie, gehört zu den pubertären Kinderkrankheiten der jüngst noch sowjetischen und jetzt islamischen Staaten das mental und geschichtlich tiefer und archaisch angelegte problematische Missverhältnis zur Öffentlichkeit, zum Öffentlichen, zur Vielheit und Mehrheit, und damit auch zu den Medien, was sich mit den Begriffen wie Stolz, Ehre, Rache, Rivalität und Religions- wie Nationalpatriotismus als Ansehen umschreibt, was in den westlichen Ländern durch moderne Gesetzgebung, durch Menschenrechte, Rechtsprechung und durch die zivilisatorische Infrastruktur von Handel und Wandel verdeckt oder ins Unterbewußtsein verdrängt wird.

Denn in der Geschichte haben fast alle Demokratien einen solchen radikalen Rückschlag zur archaisch-totalitären Ordnung erleben müssen, einen Napoleon, Mussolini, einen Hitler, Stalin, Franko, Pinochet, wie Serbien mit Milosovici und der Irak mit Saddam Hussein und dem erneuten jüngsten Versuch eines El Sadr. Und meistens mit Unterstützung der Kirchen oder Religion.

 

Um diesen Vorgang einer sog. Restauration zu verstehen, muß man natürlich die Elite, den Räuber, Dieb, Piraten, Kreuzritter, Despoten, Diktator, Dutsche, Führer, die Mafia usw. als Herrscher trotz aller mentalen Verzahnung unterscheiden von den betroffenen Beherrschten und Untertanen, die der Führung scheinbar willenlos und paralysiert, oft sogar patriotisch bis in Tod und Untergang folgen und diese Führung damit in ihrer Macht bestätigen und erst ermöglichen, - wie immer sich auch die jeweiligen Herrscher legitimieren. So unterschiedlich auch deren Charaktere und Biographien sein mögen, so regieren sie doch alle ähnlich nach der uralten archaischen Vorstellung, dass Ordnung nur durch Unterordnung und Unterordnen funktionieren kann, und zwar realisiert durch Willkür, Drohung, Abschreckung, Folter und Terror von Oben nach Unten, was sich dann immer auch im Bewusstsein der Untergeordneten widerspiegelt und jeweils nach Unten weitergegeben wird – bis in die Struktur der Familie, - nur dass sich heute bei den Machtergreifern der Anspruch meist nicht mehr religiös aus der Tradition legitimiert, sondern derart aus diesem archaischen und primitiven Ordnungsbewusstsein, in dem es gilt, die Freiheit des anderen als Risiko und Unsicherheit auszuschalten.

 

Das entsprechend allgemeine archaische Wertesystem, das sehr viel älter als unsere Religion und wahrscheinlich sogar genetisch in uns Menschen und Tieren eingepflanzt ist, nach dem wir ganz unbewusst Wert und Unwert weitgehend noch immer mit Oben und Unten in diesem Ordnungsprinzip der Unterordnung und Unterwerfung gleichsetzen, wurde auch von den großen Religionen niemals ganz beseitigt, wenn auch einem höheren Wertkriterium ein- oder untergeordnet.

 

Natürlich ist jede menschliche Gemeinschaft in dem archaischen Bedürfnis oder Trieb eines jeden nach Existenz- und Arterhalt und in diesem Gerangel nach Gültigkeit und Geltung in der jeweiligen Hackordnung weit komplexer und vielseitiger; die Menschen oben und unten in der Hierarchie sind als eine solche darin vom gleichen Holz.

 

In dem Verhältnis zur Öffentlichkeit jedoch unterscheiden sich Oben und Unten, Unterdrücker und Unterdrückte, Herrscher und Beherrschte, was wir erst in einer Gemeinschaft der gegenseitigen Achtung, in einem Verhältnis der gegenseitigen Gleichwertigkeit wie in einer modernen Demokratie als Missverhältnis erkennen, und zwar als ein Missverhältnis und Fehlverhalten auch gegeneinander im Sinne von Unredlichkeit, Unwahrhaftigkeit und Täuschung, womit immer auch eine Gefährdung der Demokratie und der Verlust von Menschlichkeit und Emanzipation beginnt. Dieses Missverhältnis zu überwinden gehört zur gottgewollten Emanzipation, wie es alle großen Religionen fordern und womit das Menschliche an die Stelle der archaischen und tierischen Natur tritt, und womit andererseits das archaische und animalische Ordnungsprinzip gefährdet und überwunden wird.

Freiheit und Verantwortung wurde allen Menschen von Gott geschenkt.

Obwohl die Tiefenstruktur unseres archaischen Verhältnisses bzw. des Missverhältnisses zur Allgemeinheit der Gattung wohl ebenfalls auf eine genetisch eingepflanzte und vererbte Veranlagung zurückgeht, ist die Emanzipation zu einem mitmenschlichen Verhältnis zur Allgemeinheit eigentlich das, was uns vom Tier unterscheidet, wobei die fehlende Emanzipation den Menschen keineswegs nur dem Tier gleichstellt, sondern ihn unter das Niveau des Tieres und jeder Natur versinken lässt, weil er eben kein Tier ist und über sein Verhalten entscheiden kann und muß und im Gegensatz zum Tier verantwortlich ist.

Weil der Mensch im Gegensatz zum Tier nach der Wahrheit und Wahrhaftigkeit urteilt, wird dabei das Evolutionsprinzip überwunden, dass der Stärkere Recht hat, nur weil er der Stärkere ist.

Dagegen ist die Liebe und Vergebung, die Fürsorge und Unterstützung des Nächsten, des Mitmenschen und auch des Feindes als Liebe zu Gott eine andere und die eigentliche Dimension des Menschen, die ihn über den Automatismus der Machtorientierung, der Evolution und Auslese erhebt, der nichts weniger als nur noch ein primitives Missverhältnis und ein primitiver Missstand im emanzipiert sozialen Miteinander von Menschen, Völker und selbst Religionen auf dem kleiner werden Globus bedeutet, den wir nur im fürsorglichen Miteinander und nicht im evolutionären Gegeneinander lebenswert erhalten können.

 

Um aber den Automatismus des gegenwärtigen weltweiten Terrors besser verstehen zu können, der zu einer regelrechten Krankheit der Menschheit geworden ist, sollten wir zuerst ( nur scheinbar mehr) im Vordergrund deren Konturen und Mechanismen sehen. Denn der giftige Honig der Versuchung, der zu diesem unmenschlichen Verhalten des Terrors verführt, liegt für den rhetorisch begabten und darin dem Abendland um Jahrtausende an Übung und Erfahrung entsprechender Denk-, Sprach- und Verhaltenskultur überlegenen Orient nicht zuletzt in dem Verhältnis von Aktion und Publikum, bei dem die Opfer gar nicht gemeint oder gar das Ziel der Aktion sind, sondern in der Rolle des Instruments nur als Akzentuierung, Verstärkung, Aktualisierung usw. benutzt werden. Zu diesem vergifteten Honig gehört denn auch die nicht minder im Abendland – oder dort mehr noch - als verführerische Hure bekannte Öffentlichkeit, die immer auch „Bedeutung“, „Ansehen“, „Geltung“ und damit auch Gültigkeit oder sogar Wahrheit verspricht.

Im Kampf gegen den Terror sollte die „Welt“ zwar zulassen und fördern, wenn die durch den Terror erreichte Aktualität dann von anderen Moslems benutzt wird, um die edle Botschaft des Islam zu verkünden; aber man muß die teuflische Versuchung jeder Doppelzüngigkeit gnadenlos beim Namen nennen und nicht minder als kriminell, als teuflisch und gottlos behandeln, wo immer Letzteres als Rechtfertigung des Terrors gedacht, getan oder gar geplant wird.

Als Feind des Terrors führt somit der Islam zum härteren Kampf gegen den Terror und zu seiner Überwindung. Die teuflische und verlogene Doppelzüngigkeit einer offenen oder heimlichen Instrumentalisierung des Terrors für eine angestrebte Islamisierung einer Region oder der Welt führt und verführt Leichtgläubige auf diesen Weg zur Hölle sowohl einer derartig missverstandenen islamischen Gesellschaft hier auf Erden, die nur ein Terrorregime werden kann, als auch im Jenseits nur, wie die Bibel nicht anders als der Koran und jede große Religion eindeutig z.B. für solch unmenschliches Verhalten wie in Beslan ankündigen, was nichts anderes ist als vielfacher Mord und dazu Selbstmord.

Natürlich gilt die Verwerflichkeit einer solchen Doppelstrategie nicht anders für die Doppelzüngigkeit separatistischer, nationalistischer, rassistischer oder ideologischer Motive, wenn eine Gruppe durch Terror das jeweilige Thema wach hält bzw. öffentlich macht – wie im Irak, in Tschetschenien oder Palästina und die andere dann mit scheinbar friedlichem und unschuldigem Gesicht das Akzeptieren der Forderung als gerechte Lösung vertritt.

Möglichst viele unschuldige Menschen werden getötet, nur um eine Schlagzeile in den Medien zu erschleichen, um dort genannt und damit relevant zu werden. Und eben bereits in dieser vordergründigen Mechanik oder Logik erzwingt die konsequente Haltung der USA ein langsames Umdenken als Bewusstwerden und Emanzipation. Bush erzwingt durch seine Konsequenz im Nahen Osten und in der Welt – wie einst gegen Nazideutschland - langsam und dennoch diplomatisch die Entscheidung zwischen der eindeutigen Verurteilung des Terrors und dessen Bekämpfung auf der positiven Seite, was schließlich zur gemeinsamen Eindämmung des Terrors führen wird – wie einst in Europa, und der doppelzüngigen Lüge, wie bei Saddam Hussein, was nur zur Despotie und entsprechender Vergewaltigung und Erpressung der eigenen Bevölkerung und zur Pervertierung und Verneinung der Menschenwerte und Menschenrechte führen kann, sei es als Nation, sei es als Islam oder einer anderen Religion, was wir als Krankheitsherd der Menschheit erleben.

Und auch der Sudan wird an einer klaren Entscheidung nicht vorbeikommen, sobald die USA die Initiative dort übernehmen. Denn Terror und Massenmord wird sich absehbar auch gegen die Regierung richten, wenn ihr Stillhalten nicht längst bereits das traurige Ergebnis von Erpressung ist.

 

Eine polizeiliche und militärische Zusammenarbeit und Koalition der emanzipierten Völker und Nationen allein ist zwar Voraussetzung, aber noch nicht die Emanzipation einer Weltgemeinschaft mit ganz normalen Menschenrechten und betrifft nur diese vordergründige Mechanik gegenseitiger Bedrohung und Infragestellung der Nationen, Religionen und Kulturen. Wurden denn auch bis 1945 und bis in die 70ger Jahre selbst in Europa die Menschenrechte nur für die eigene Nation, Regierungsform, Religion oder Kultur akzeptiert, nicht aber für andere, und die man noch lange nach dem 2. Weltkrieg gegenüber anderen Nationen ignorieren zu dürfen glaubte in Form von Kolonisation oder nationaler Einverleibung. Erst unter der Vormundschaft der USA hörte im Westen dieser Kampf jeder gegen jeden langsam auf, wie im Osten unter der Vormundschaft der UDSSR.

 

Falls man später vielleicht das selbstmörderische Verhältnis der beiden Machtblöcke im Kalten Krieg als die Realisierung der Hegelschen oder Leninistischen Dialektik deuten wird, als These und Antithese, so war dies Verhältnis jedenfalls der Beweis der Unhaltbarkeit solcher Ideologie, weil es nie zu einer Synthese kam, und deshalb vernünftig von Teng Hsiao-ping und Gorbatschow vom Osten her als Krieg beendet wurde.

 

Keineswegs emanzipiert und eher naiv, gedankenlos und pubertär jedoch ist noch immer die Haltung der freien Presse in Europa, die übereinstimmend mit den Argumenten der Terroristen und der spekulierenden Nutznießer Schuld und Verantwortung für den Terror bei denjenigen sucht, die erpresst werden sollen, bei Israel, bei den USA, bei Russland, China und Indien.

Ganz entsprechend vordergründig naiv, gedankenlos und pubertär ist denn auch die Definition einer emanzipierten Gesellschaft in den gleichen Medien Europas, in denen westliche Kultur nur als nackte Haut, kurze Röcke und sexuelle Freizügigkeit dargestellt wird, - ganz entsprechend der islamistischen Kritik an der westlichen Kultur als gottlos, verkommen und sittenlos.

 

Natürlich muß man unterscheiden zwischen der eher naiven, gedankenlosen und pubertären Haltung der Medien und mancher Politiker in Europa auf der einen Seite und der menschenverachtenden und doppelzüngigen Strategie des Terrors, der den naiven Politiker und die naive Presse nur instrumentalisiert – selbst zur Legitimierung des Terrors in den Augen der Bevölkerung der Regionen, die man durch den Terror „befreien“ will, sei es zum Islam, zur eigenen Nationalität oder zur rassischen Reinheit, wie einst im Kosovo, in Ruanda und gegenwärtig im Sudan.

 

Um die Gefahr verstehen zu können, wie solche Unmenschlichkeit auch noch Glaubwürdigkeit, Verständnis und sogar Bewunderung und Unterstützung erlangen kann, gilt es, dass Phänomen der Öffentlichkeit auch in der ganzen Tiefendimension aufzuschlüsseln, soweit es mit heutigen Erkenntnissen möglich ist.

Gerade in dem anbrechenden Jahrhundert medialer Information gilt es zu verstehen, wieso die launische Hure Öffentlichkeit zu einem Kriterium von Wert und sogar Wahrheit werden kann, scheinbar sogar gleichgültig davon, ob es sich bei diesem Öffentlichen um ein schreckliches Verbrechen und um einen Verbrecher oder eine gute Tat und um einen Wohltäter handelt. Wieso ist die ehrwürdige Hansestadt Hamburg geradezu stolz auf ihren Störtebecker, oder Hameln auf den Kindesmörder und Rattenfänger? Wieso sind Despoten wie Napoleon und Hitler, die Millionen von Toten und ungerechte Kriege zu verantworten haben, bis heute von solcher Faszination?

Vereinfacht kann man davon ausgehen, dass dem zum einen als Verhältnis zur Öffentlichkeit eine genetische Veranlagung zugrunde liegt, der wir z.B. die Entstehung der Sprachen und die Fähigkeit, solche erlernen und benutzen zu können, zu verdanken haben.

Wir sprechen von einer Karriere, wenn ein Mensch oder eine Tat allgemein bekannt zu einem Begriff wird, und zwar unabhängig davon ob mit einer positiven oder negativen Bedeutung.

Zu einem gültigen Wort wird ein Begriff dadurch, dass sich innerhalb einer Sprache alle bzw. die Allgemeinheit auf dieses Wort als die richtige Bezeichnung für diesen Begriff einspielen. Ein solches Sicheinspielen findet dabei nicht etwa durch eine Abstimmung oder Einigung statt; sondern nach dem Prinzip der Hammelherde wird das Wort allein deshalb als die richtige Bezeichnung akzeptiert, weil es von allen anderen ebenfalls als die richtige Bezeichnung akzeptiert wird. Die Wahrheit bezüglich der richtigen Bezeichnung eines Begriffs, wie z.B. »Tisch« für das bestimmte Möbelstück resultiert also aus der Allgemeingültigkeit: »Dies heißt Tisch«, »Dies nennt man Tisch«. Und nicht umgekehrt resultiert die Allgemeingültigkeit etwa aus der Wahrheit.

Selbst oder gerade dann, wenn in der modernen Sprachkultur eine Veröffentlichung wie der Duden oder der Webster quasi als Gültigkeitsdoktrin auftritt, wo die Allgemeingültigkeit der Bezeichnung und der Schreibweise durch solche Veröffentlichung zementiert wird, geschieht im Grunde nichts anderes, als wenn der Trampelpfad einer Hammelherde, in der jeder jedem nachläuft, zum gesetzlichen und wahren Verlauf als öffentlicher Weg oder öffentliche Straße festgeschrieben wird.

Die Sprache selbst wie jede andere Allgemeingültigkeit ist ein Wert an sich, gerade deshalb scheinbar unabhängig von Gut und Böse und scheinbar beides als Wert an sich, weil sie sowohl Gut wie Böse bezeichnen kann und gewissermaßen darüber steht.

 

Zum anderen wird unser Verhältnis zur Öffentlichkeit als Allgemeingültigkeit durch die Zugehörigkeit, quasi durch die Zugehörigkeit zur dieser Hammelherde und deren Trampelpfad als eigene Identität empfunden. Und dieses verführt gerade dazu oder erzwingt aus reinem instinktiven Selbstwertgefühlt, diese Zugehörigkeit als Wissen und Bewusstsein als die eigene Identität positiv zu sehen, zu verteidigen.

 

Bereits durch diese sehr vereinfachte Analyse der verschiedenen Schichten und Aspekte des Öffentlichen in unserer Zeit nach dem Kalten Krieg, seit sich die Menschheit in großen Schritten zu einer Ganzheit und zu weltweit gültigen Begriffen zusammenfindet, dürften einige Absurditäten u d Widersprüchlichkeiten der Gegenwart besser verständlich werden. Zu solcher Absurdität gehört der menschenverachtende und grausame Terrorismus im Namen einer großen Religion, die andererseits den Frieden und ein gottgefälliges Verhalten der Menschen predigt. Wir Christen und Abendländer sollten nicht vergessen, dass wir selbst noch in jüngster Vergangenheit im Namen Jesu nicht minder schwere Verbrechen begangen haben.

 

Während im Kalten Krieg solche Widersprüchlichkeit auf beiden Seiten sowohl halsbrecherisch dialektisch wie strategisch begründet und gerechtfertigt wurde – und bis heute wird -, kann unsere einfache Analyse gedankliche Irrwege als solche Vielschichtigkeit verstehbar machen, wie eine Begebenheit positive und negative Werte und Aspekte zugleich haben kann. Wir kennen dies als Sprachspiel aus den westeuropäischen Sagen wie z.B. von den Schelmenstreichen eines Eulenspiegels, aber auch aus den orientalischen Märchen „Tausend und eine Nacht“, wo Positives und Negatives je nach Bedarf hervorgeholt und als rhetorische Klugheit präsentiert wird.

 

So gehört das  Datum der „11. September“ inzwischen zur weltweit eindeutigen Begrifflichkeit für verwerflichen Terror, seit dem Anschlag auf die beiden Türme des World-Trade-Center gerade wegen der unsagbaren und unmenschlichen Grausamkeit, wenn man bedenkt, daß vor dem Mord an 3000 unschuldigen Menschen aller Religionen und Rassen in den entführten Flugzeugen vor den Augen von Kindern und Frauen unschuldigen Menschen von den Terroristen die Kehle mit einem Teppichmesser aufgeschnitten wurde, um die Leute durch den Anblick des herausspritzenden Blutes gefügig zu machen,  wobei der offene oder heimliche oder doppelzüngige Stolz mancher Moslems und USA-Feinde, zugleich Befriedigung darüber bedeutet, nun selbst zum gleichen Gültigkeitsbereich und zur gleichen Begrifflichkeit und Identität zu gehören, wie die USA und die ganze Welt und zugleich positiv als Erfahrung, wie damit der Islam in diese weltweite Identität integriert ist. Durchaus positiv auch dann, wenn man sich zugleich eindeutig oder doppelzüngig von der Grausamkeit distanziert, die mit dieser positiven Erfahrung in den Hintergrund gerät, verdrängt, geleugnet bzw. einfach übersehen wird.

Ob aus Doppelzüngigkeit, Wunschdenken oder aus naiver Denkträgheit, - so darf aus dem mehr oder weniger deutlichen Gefühl der Tatsache, dass es gut ist, wenn der „11. Sept.“ zu einem Begriff für einen teuflisch pervertierten Islamismus als Terrorismus und für Ungerechtigkeit wird, nicht das Gefühl oder gar die Haltung werden, dass der 11. Sept. etwas Gutes war, und dass der Terrorismus dadurch gerechtfertig ist. Mit anderen Worten: Die weltweite Aktualisierung oder indirekte Thematisierung dessen, was man als Moslem als eigene Identität empfindet, oder dessen, dem man zugehört, wird gewissermaßen als eine weltweite Wichtigkeit zu etwas, das einen selbst gültig und wichtig macht. Aus solcher Verirrung der Gefühle mag so mancher heimliche Stolz über den „11. Sept.“ bei ansonsten braven Moslems herrühren und konnte sogar zu einem heimlichen oder offenen Religionspatriotismus führen, der die Thematisierung der Grausamkeit, Verirrung und Gottlosigkeit des Massenmordes als der Anlaß des augenblicklichen Gefühls sogar verhindert und verdrängt, - vielleicht sogar aus der unterbewussten Befürchtung, dass es rhetorisch und strategisch unklug wäre, sich selbst infrage zu stellen.

 

Daß dem Europäer dieser zusätzliche Reflektionsschritt als ethisches Instrument noch nicht geläufig ist, mag seinen Grund darin haben, dass für uns Europäer diese Erfahrung mit Freiheit, Gleichheit, Demokratie und dem Öffentlichen noch relativ jung ist und dass wir diese Doppelzüngigkeit einerseits und die Verirrung andererseits in der UNO wie die eines Milosevic, eines Saddam Husseins, eines Arafats und aller Terrororganisatoren und Finanziers an den Grenzen des Islams als Verirrung, als Strategie oder Rhetorik eben nicht durchschauen und solcher Verdrehung sogar auf den Leim gehen.

Diese archaische Befangenheit hat mit Religion, mit dem Islam oder Christentum denn auch nichts zu tun sondern mit der archaischen Vorstellung, dass Überlegenheit in irgendeiner Weise, sei es die geographische, militärische oder technische, immer auch das Recht und den Anspruch des Überlegenen auf Unterwerfung des Schwächeren, auf eigene despotische Freiheit, auf Bestimmung der Wahrheit und Gültigkeit einerseits bedeutet, und Selbstunterwerfung und Ungültigkeit des Unterlegenen andererseits. Hieraus resultiert sicher zu einem bestimmten Teil die Angst vor dem Risiko einer demokratischen Abstimmung. Hieraus resultiert ganz vordergründig auch die feindselige Haltung der Europäer und Randstaaten gegen die Großmächte USA, Russland, China, Indochina und Indien.

Von den Terroristen erreicht durch Terror und Erpressung denn auch nur Arafat das, was er will, nämlich Verhinderung des Friedens mit Israel und Solidarität der Kleinstaaten Europas, - aber ganz hirnlos und rücksichtslos zum Schaden aller.

Insgesamt hat der islamistische Terror keinen praktischen Sinn und keinen Nutzen. Der „11. Sept.“ hat die USA nicht geschwächt und wird sie nicht beseitigen und schadet dem Ansehen des Islams. „Beslan“ hat Russland nicht geschwächt und bringt auch für Tschetschenien nichts. Die Anschläge in Spanien, Indochina, Afrika, Großbritannien, im Irak oder sonstwo in der Welt, die die Weltöffentlichkeit inzwischen wie den Irrsinn von Geisterfahrern kommentiert, sieht dagegen in der Tat aus, wie reine Geilheit auf Öffentlichkeit. Menschenleben für ein paar Schlagzeilen, die am nächsten Tag wieder vergessen sind, und mehr Menschenleben, das Leben von Kindern, Frauen und selbst Moslems, die Veröffentlichung von bestialischen Hinrichtungen, als sollten sie nur etwas mehr Öffenlichkeit bringen, resultiert die Versuchung als Verirrung aus der Struktur archaischen Denkens, derart Gültigkeit zu bekommen. Als Goethe in seinem Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ ganz fiktiv den Selbstmordgedanken eines weltfremden jungen Mannes veröffentlicht hatte und der junge Mann europaweit Beachtung fand, suchten viele Nachahmer durch den eigenen Selbstmord ähnliche Gültigkeit wie der Romanheld.

Daß diese Verirrung als regelrechte Seuche, wo immer sog. islamische Staaten, (was und wie dies auch sein möge, wenn es wahrhaft islamische Staaten gäbe, als was Königreiche, Scheichtümer, Emirate oder auch Demokratien, in denen der Islam die Hauptreligion ist, und deren Bewohner gewöhnlich gewöhnlich als Moslems bezeichnet werden,) aber keineswegs nur eine rhetorische, semantische, verbale oder gar nur grammatische Angelegenheit ist, mag hier nur an den verschiedenen Haltungen deutlicher werden, wenn ich als Selbsterkenntnis oder Selbstbewusstsein unterscheide, ob ich zum einen ein Moslem, Christ, Hindu, Buddhist bin, weil ich aus einem solchem Land stamme, oder zum anderen den Islam, den christlichen Glaube, den Hinduismus oder Buddhismus als Religion (vererbt, anerzogen oder angenommen) habe.

 

Hier ist es die einsame und undankbare Aufgabe und der Verdienst hauptsächlich von Putin und Bush, von Russland und den USA, die politische und ethische Realität – unabhängig von dem wahrhaft kindischen Geschrei der Medien - glaubhaft aus solchem Spiel der vordergründigen Rhetorik, Begrifflichkeit und Grammatik herauszulösen und mit dem eindeutigen Vorzeichen menschlicher Verantwortung für unsere Welt zu versehen, die mit einer klaren Entscheidung den Terror ablehnt und bestraft.

 

 

FS, 11. Sept. 04