Ein Verzweiflungsschrei gegen  Zweitrangigkeit.

Wie die jüngsten Krawalle in Paris und ganz Frankreich,

 

nur, daß jetzt weltweit auch der einfachere islamische Klerus und gar der iranische Präsident dazugehört.

Pariser Krawalle verursachten 2005 Schäden von bis zu 60 Millionen Euro. Rund 10.000 Autos sind in Flammen aufgegangen. Schulen, Sporthallen und Polizeiwachen wurden beschädigt.

Im globalen Prozess der geistigen und wirtschaftlichen und damit auch der politischen  Entwicklung hängen die islamisch geprägten Staaten, und erst recht die einfache Bevölkerung noch weitgehend in der Zeit des Nationalismus fest, noch im Kalten Krieg des vergangenen Jahrhunderts, mit seiner dialektischen Doppelzüngigkeit von Klassenkampf und Alleingültigkeitsanspruch, und teils auch noch im Mittelalter. Die progressiven islamischen Theologen und Pädagogen leben ausgestoßen meist ungehört im Exil.

 

Vor Gott gibt es keinen Rangunterschied, ob Du arm oder reich, klug oder naiv, stark oder schwach, hübsch oder häßlich bist. Er sieht in Dein Herz, - gleichgültig, ob Du  zu Gott, zu Allah im Namen Jesu, Moses, Mohammeds oder Mariä betest oder ihn unmittelbar anspricht. Wir sind allesamt seine Kinder.

 

Die rasante Entwicklung innerhalb von 50 Jahren vom Weltkrieg zu einer friedlichen Weltgemeinschaft wurde zwar logistisch, nicht jedoch schon gedanklich, sprachlich, philosophisch oder theologisch bewältigt. Und je unterschiedlicher der Grad an Einsicht und Vernunft ist, umso deutlicher ergeben sich daraus Rangunterschiede, die von einfacheren Gemütern als Arroganz empfunden werden. Der Unverständige greift statt zur Erkenntnis zu Gewalt, Terror und Publicity.

Wie immer sich solcher Aufstand dann rhetorisch begründet oder rechtfertigt und von Rattenfängern geschürt und instrumentalisiert wird, - dies hat erst dann eine Grenze, wenn der Staat und die Staatengemeinschaft das Gewaltmonopol einfordern und das Kind beim Namen nennen: Es geht um menschliche Geltung und Gültigkeit, - nicht vor und für Gott, sondern vor Menschen gegen Menschen.

Wie es die gegenwärtige Diskussion um die Karikaturenkrawalle offenbart, finden sich Hinterwäldler in allen Nationen, ob sich dies nun als Angst vor einer Machtergreifung des Islams äußert oder als Wahn, mit Islam und Terror die Weltherrschaft erobern zu müssen, - beides ist lächerlich.

FS. 7. Febr. 2006

 

Stichworte zur weiteren Analyse:

Wie bekannt, unterscheidet sich das rhetorische Argument von der redlich-wahrhaftigen bzw. wissenschaftlichen Argumentation durch eine Verkürzung an der schwierigeren oder unangenehmen Wahrheit vorbei zu einem gewünschten Ergebnis.

 

Des ungeachtet: Diese Proteste haben natürlich unterschwellig auch so etwas wie pubertäre Liebeserklärung an sich (Haß/Liebe) für das ohne Zweifel fremdenfreundlichste Land, die USA und Dänemark in Europas. Das heißt nicht, dass dies Phänomen harmlos sein muß. Man kann entsprechend den deutschen Faschismus von 1933 bis 1945 als eine entsprechende pubertäre Liebeserklärung an Frankreich und Großbritannien verstehen, was ohne Zweifel eine Rolle spielte, aber eben zur weltweiten Katastrophe führte.

FS. 8.Febr. 2006