ich habe gerade einen Neujahrsbrief an das größte deutsche Bildungsinstitut geschickt "ils GmbH" und würde gerne Eure Kommentare dazu hören:

betr.: Lernsysteme
hier noch ein älterer Flyer mit dem gleichen Vorschlag

Verehrter Herr K.,


Vorweg meine besten Wünsche fürs Neue Jahr 2007!

ich bekomme nun seit Jahren freundlicher Weise Ihre Lehr- bzw. Lernangebote und schreibe Ihnen diesen Brief als Dankeschön.
Fast mit Neid sehe ich das große Fachwissen Ihres Institutes, geordnet in fast tausend Lehrgänge und sorgfältig unterteilt noch in das Vielfache klar durchdachter und umrissener Prüfsegmente.

An Ihrem Gesamtauftritt möchte ich dennoch zwei Kritikpunkte äußern, deren Topik durchaus veränderbar sind.
1. Trotz Ihres Angebots, den Studenten pädagogisch zu beraten und zu betreuen, ist die Didaktik selbst kaum ein Thema. Wie lerne ich das Lernen? Lernen durch Lehren. Infos http://de.wikipedia.org/wiki/Lernen_durch_Lehren.

2. Statt in erster Linie Geld zu fordern, sollten Sie das Studium als Arbeitsplatz anbieten und jedem Studenten ein Gehalt zahlen, von dem er leben kann. Angesichts der europäischen Schultradition mag Ihnen dies verrückt oder utopisch vorkommen, - ist jedoch nur eine Frage der Logistik und Organisation. Angesichts des weltweiten Bildungsmangels – z.B. 15 Millionen Straßenkinder ohne Schulbildung allein in Brasilien! kann man von einer weltweiten Nachfrage sprechen ohne ein entsprechendes Angebot.
Ihr Institut würde in kurzer Zeit das weltweit größte Unternehmen überhaupt.

Haben Sie keine Angst vor neuen Ideen!
Die Frage "Wer soll das bezahlen?" . - nun ja, es muß halt so organisiert werden, daß es sich selbst durch Anwendung bezahlt macht. Und das ist weniger kompliziert als ein Auto.

Z.B. kleinere Prüfungssegmente oder Lerneinheiten können wie ein Puzzle briefmarkenartig z.B. wie sechs- oder achteckige Dominosteine einerseits in verschiedene Richtungen weiterführen und dazu berechtigen, andererseits aber dazu qualifizieren, teils andere Studenten zu unterrichten bzw. bereits in praktischer Arbeit anzuwenden, z.B. in Firmen, die man landesweit gründet oder aufkauft, saniert und wieder verkauft, - je nach Bedarf.

Das Sozialgefüge wäre natürlich ein grundlegend anderes als das der gegenwärtigen Bildungsaristokratie: Jeder arbeitet, unterrichtet und studiert praktisch gleichzeitig.

 


 ganz herzlich
Friedhelm Schulz