Die Problematik von Selbstmordattentäter, 8. Okt. 01
Abschnitt 1
11. September 2001. aktualisiert 10. Okt.

Afghanistan
September 11. 2001
Okt. 7. 01, der Gegenschlag
Das Selbstmordattentat als logisches Problem.
Eitelkeit und verletzte Eitelkeit als Identität.
Zivilisiertes  Miteinander
aller Nationen- auch des Islams.
 Was ist Gott?
 

Demokratie und Obrigkeit
Entwicklung in Religion und Politik seit 630 n.Chr.

Abschnitt 2
Dschihad
Römerbrief
Das Paradies im Islam
Ein logisches Problem

Abschnitt 3
Titel 1
Titel 2
Titel 3
Titel 4
Titel 5

Abschnitt 4
Titel 1
Titel 2
Titel 3
Titel 4
Titel 5
Titel 6
 

SELBSTMORD im Islam
Lexikon des Islam nach Thomas Patrick Hughes
Arabisch Qatlu Nafsi-hi. Wird nicht im Koran erwähnt, aber nach den Traditionen ist Selbstmord verboten, denn Mohammed soll gesagt haben: »Wer sich selbst tötet, wird das Feuer der Hölle erleiden.« Und: »Wer sich selbst tötet, wird für immer vom Paradies ausgeschlossen sein.« Es ist auch überliefert, daß Mohammed einem Selbstmörder die Begräbnisriten verweigerte, aber in islamischen Ländern ist es trotzdem üblich, einen Selbstmörder wie jeden anderen Toten zu bestatten.
Jede Art Mord- und Selbstmörderschule gehört von den Menschenrechtskonventionen ausdrücklich verboten und international geächtet, sowie auch die private, heimliche und erst recht die öffentliche Lehre zum religiösen Mord und Selbstmord, sowohl an Kindern wie an Erwachsenen. So wie Sklaverei, Folter, Kindestötungen, Verstümmelung, Prügelstrafe, Drogen, sexuelle Vergewaltigung von Frauen, Männern und Kindern verboten ist und wie demnächst auch international und nicht nur in Europa die Todesstrafe verboten sein wird. 
Was müssen jene Eltern und Lehrer für Ungeheuer sein, die ihre Schüler und Kinder zum Selbstmord anlernenlassen oder selbst anhalten?!
Weder Moses noch Jesus, weder Mohammed noch Buddha konnten sich solche geistige Verwirrung und Verirrung vorstellen, sonst wäre von ihnen nicht nur Mord sondern auch solcher Selbstmord als gottlos verurteilt und verboten worden. 
Nicht nur die gelungenen Selbstmordattentate werden für ewig oder für Jahrhunderte dem Islam als Schande anhängen, sondern erst recht solche Schulen und erst recht, wo Moslems und sogar die Eltern und Verwandte der Opfer noch stolz auf solche gottlose Unmenschlichkeit sind.

Eitelkeit, Stolz, verletzter Stolz und Identität unter dem Aspekt der Entwicklung.

Natürlich könnte man sagen, daß jene Mörder und Selbstmörder selbst verantwortlich sind, - das sind sie in der Tat! - daß man deswegen froh sein könne, daß sie sich selbst liquidieren und damit nur einmal und nicht noch mehr Unheil und Elend anrichten können, daß sie nie mehr Vertrauen und Gastfreundschaft mißbrauchen werden, um unschuldige Menschen zu töten, und daß es sich nicht lohnt, über sie auch noch nachzudenken, und daß man sich strafrechtlich und auch militärisch an ihre perversen Lehrer, Verführer und Verwirrer halten müsse. Natürlich sind insbesondere Letztere, die Lehrer und Prediger des Selbstmordes, verantwortlich und gehören ins Gefängnis, denn Letztere verursachen nicht nur Mord und Elend an unschuldigen Opfern, sondern sie verhängen zugleich das Todesurteil für ihre Schüler, wozu kein Lehrer berechtigt ist.
Und so absurd es manchem vielleicht scheinen muß, so dient die Verhaftung  potentieller Attentäter nicht nur der Rettung ihrer Opfer, - unschuldiger Menschen - sondern auch die Rettung dieser verführten, meist jungen zum Tode verurteilten Menschen.
Verständlich ist allerdings auch ein weiterer Einwand dagegen, sich mit den Selbstmordattentäter auch noch gedanklich intensiv zu beschäftigen, daß es nämlich ganz einfach und offensichtlich und für jeden normalen Menschen doch ganz selbstverständlich sei, solchen Mord und Massenmord an Unschuldige in Verbindung mit Heimtücke und Niederträchtigkeit zu verurteilen.
Dennoch tuen mir auch diese jungen, verführten Menschen leid, weil sie mit der falschen Überzeugung handeln, für eine gute Sache zu sterben, die größer ist als der Mensch, als wäre eine Nation, als wäre der Islam nicht für den Menschen gebracht worden, zu seiner Hilfe, zu seinem Nutzen und nicht zu seinem Verderben. 
Wie solche Verführung funktioniert, ist inzwischen durch die Beobachtung der Praktiken der übelsten Sekten allgemein bekannt. Hinzu kommt, daß man den Mördern und Selbstmördern Ruhm, Ehre und Wichtigkeit in Aussicht stellt und vormacht, sie finanziell großzügig ausstattet, ihre Familien zu versorgen garantiert, und ihnen einen großen Gotteslohn im Paradies verspricht.
Hiermit stoßen wir auch auf die genannte Grundproblematik, die keineswegs religiöser oder theologischer Art oder gar nur islamischer ist, sondern die wir in jeder Religion, in jeder Kultur vorfinden und in jeder Sprache, gleichgültig welcher religiösen Region und Kultur unserer Zeit. 
Denn was ist gemeint, wenn Mohammed z.B. sagt: 
Sure 4 76-79: »Aber für den Pfad Gottes kämpfen sollen nur diejenigen, die das Leben hienieden für das  zukünftige verkaufen. ....Der Besitz hienieden ist gering, besser  ist das Jenseits für den, der gottesfürchtig ist; ....«
Gemeint ist damit ja nicht ein Geschäft oder Handel mit Gott, als wenn ich z.B. ein Fahrrad gegen ein Auto eintauschen würde, als hätte ich etwas, das ich Gott geben könnte für etwas besseres. So daß nach dem Handel Gott den "Besitz hienieden" hätte, nämlich mein Leben, und ich dafür das Jenseits des Gottes, das er dafür preisgeben müßte. Gott würde Mensch und ich würde Gott.
Kein Moslem, kein Christ oder Jude, kein Buddhist oder Hindu würde dieses Wort "verkaufen" in diesem Sinne so wörtlich verstehen. Es wäre lächerlich und natürlich falsch.
Das richtige, ganz selbstverständliche Verstehen basiert auf einen gemeinsamen Entwicklungsstand der Menschheit, womit ich Denkvermögen, Reflexionsfähigkeit und gemeinsame Erfahrung im Sprachgebrauch meine.
Dennoch ist der ganz normale, alltägliche Gebrauch solcher Analogie recht komplex, aber keineswegs zu schwierig, als wenn nicht jeder Mensch, der sich als Lehrer betätigt, dieses verstehen könnte. 
Ich will dieses an einem einfachen Beispiel demonstrieren:
Wenn ich als Vater oder Mutter meinem Kind verbiete, bei einem roten Ampelsignal die Straße zu überqueren und zugleich gebiete, erst bei einem grünen Signal hinüberzugehen, - vielleicht mit den Worten: "Opfere die Wartezeit, dann erhälst du zum Dank dein Leben." - dann wird mir das Kind wahrscheinlich gehorchen, und zunächst nur meinetwegen die Phase des roten Ampelsignals abwarten und erst beim grünen Signal hinüber gehen. 

Nun wird das Kind eine ganz normale geistige Entwicklung mitmachen, wie das Judentum, das Christentum und der späte Islam und wie jeder gläubige Jude, Christ und Moslem die gleiche ganz normale und logische Entwicklung mitmacht, nämlich mit der Einsicht, die auch ein verändertes Verhältnis des Kindes zu den Eltern bedeutet, wie auch des Gläubigen zu Gott, was ja keineswegs eine Relativierung des Gebotes und des Glaubens bedeutet, daß es sich nämlich bei dieser Forderung, diesem Verbot und Gebot
1. nicht um eine despotische Forderung von Oben nach Unten handelt,
2. nicht um ein Geschäft, bei dem ich als Kind den Eltern etwas gebe, was diese haben wollen, wofür ich dann etwas bekomme.
3. schließlich, daß es sich nur um Fürsorge, um eine Gabe und um ein Geschenk nur zum Nutzen des Kindes und nicht um ein Tausch- oder Geldgeschäft handelt.

Man kann sich nun an diesem Beispiel die typischen menschlichen Verirrungen leicht vorstellen, daß z.B. ein Kind nur deswegen gehorcht und an den Ampeln bei Rot nur deswegen stehen bleibt, um sich bei den Eltern beliebt zu machen. Man kann sich vorstellen, daß einige hingehen und alle Kinder hart bestrafen oder gar töten, die bei einer roten Ampel die Straße überqueren und damit glauben, den Willen der Eltern durchzusetzen.

In allen Religionen - auch in der jüdischen, christlichen und islamischen - fanden und finden wir leider solchen Fundamentalismus.

So leicht einzusehen und so plausibel es bei unserem Beispiel der Straßenverkehrsordnung auch ist, daß alle Eltern über solchen Fundamentalismus geradezu erschrocken und fassungslos sein würden, so schwierig wird es allerdings, darin einen eitlen ganz menschlichen Egoismus zu sehen, wenn wir das Gebot der Eltern als den Zusammenhang von Form und Inhalt zu verstehen versuchen.

Der Islamist Yasar Nun Öztürk

geboren 1945, arbeitete als Rechtsanwalt und promovierte 1980 in islamischer Philosophie; seit 1993 ordentlicher Professor, zur Zeit Dekan der Theologischen Fakultät an der Universität Istanbul. Professor Oztürk ist der bekannteste zeitgenössische Theologe der Türkei mit einem großen Einfluß auf breite Schichten der Bevölkerung, z. B. mit über 500 Fernsehsendungen, über 30 Büchern in meist zweistelligen Auflagen und einer täglichen Kolumne in der größten türkischen Tageszeitung Hürriyet. Er hielt Vorträge in vielen Ländern wie den USA, der Schweiz, Deutschland und im Nahen Osten. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
versucht eine Klärung, indem er Religion und Religionsausübung unterscheidet:
(400 Fragen zum Islam, 400 Antworten, 1998. Grupello Verlag, Düsseldorf, Seite 58)
„65. Der Glaube ist also eine Angelegenheit der Seele, eine psychologische und mystische Sache; der Islam hingegen ist ein soziologisches Phänomen, das aus der praktischen Umsetzung der gesellschaftlichen Ordnung hervorgeht. Können wir es so sagen?

Ja, so läßt es sich ausdrücken. Der Vers (Sure 49, Vers 14) belegt dies deutlich. Der Mensch, der die islamische Ordnung der Gesellschaft lebt, nimmt die Bezeichnung Muslim an und zieht Nutzen aus den gesamten Wohltaten des Islams. Niemand reißt seine Brust auf und schaut nach, was er in seinem Herzen verbirgt. Der wichtige Aspekt ist folgender: Der Koran gewährt uns nicht die Möglichkeit, zu sagen, daß derjenige, der die Praxis äußerlich nicht vollzieht, den Glauben verloren habe.
Die Bestätigung des Glaubens ist eine der Besonderheiten, die einzig unter dem Monopol Gottes stehen. Nicht einmal dem Propheten Muhammed war es erlaubt, sich in diesen Bereich einzumischen. Selbst er soll gesagt haben: »Ich kann nicht in die Herzen der Menschen blicken, ich schenke einzig ihren Aussagen Beachtung.«
Betrachten wir von diesem Ausspruch ausgehend die universellen Gesetze und die Gesamtheit des Islams, so müssen wir folgenden Punkt mit Nachdruck unterstreichen: So wie das Verrichten der religiösen Pflichten ohne den Glauben sinnlos ist, so wenig ist es möglich, keine Zweifel gegenüber demjenigen Glauben zu hegen, der sich vollständig religiösen Pflichten entzieht. Damit die Öllampe des Glaubens stets leuchtet, muß sie mit dem 01 der Ausübung der religiösen Pflichten genährt werden. Kurz gesagt: Die unendliche Gnade des göttlichen Wortes darf nicht in eine Gleichgültigkeit umgemünzt werden.
Es gibt auch noch andere Erkenntnisse, zu denen uns diese Unterscheidung führen kann. Auf eine möchten wir noch hinweisen. Sie führt vor allen Dingen zu der Einsicht, eine Unterscheidung zwischen Religion und Religionsausübung zu treffen.
Religion ist die göttliche Weisheit, die die Offenbarung gebracht hat; Religionsausübung ist das Bild, welches sich durch die Kommentierung und Stärkung dieser Weisheit durch verschiedene Bedingungen in bestimmten Zeiten und Orten manifestiert. Dieses Bild wird in der islamischen Literatur serîat (islamisches Recht) und millet (Religionsgemeinschaft) genannt.
Der Koran verweist auf Gewohnheitsrecht und Brauch als eine Quelle des Rechts (siehe beispielsweise Sure 7, Vers 199). Das Gewohnheitsrecht nimmt einen wichtigen Platz im islamischen Recht ein aber es ist nicht identisch mit der Religion. Denn dem Koran zufolge ist es einzig Gott, der die Religion einsetzt. Im Gegensatz hierzu entwickeln die Gemeinschaften das Gewohnheitsrecht. Gewohnheitsrecht und Brauch sind nicht ein Teil der Religion, sondern der Religionsausübung.
In der Religion bildet der Glaube die Grundlage, in der Religionsausübung hingegen die Praxis. In der Religion können wir von Unveränderlichkeit und von Zeitlosigkeit sprechen; in der
Religionsausübung hingegen können wir Veränderungen ausmachen, die den Zeiten und Epochen und den Herrscherdynastien entsprechen. Kurz gesagt: Die Religion ist das Wesen und der Kern; und die Religionsausübung ist die Art und die Form, die dieses Wesen trägt. Folgendes Prinzip aus dem Kapitel der Gesetzessammlung Mecelle, das die allgemeinen Gebote behandelt, verweist auf die Religion: »Es besteht keine Möglichkeit, die Endgültigkeit der Offenbarung in Frage zu stellen.« Ein anderes Prinzip verweist auf die Religionsausübung: »Mit der Veränderung der Epochen geht auch eine Veränderung der Herrschaft und der Gesetze einher.«
Eine kurze und ausreichende Erläuterung zur Unterscheidung zwischen Religion und Religionsausübung finden wir in den Ausführungen des großen Korankommentators Elmah Ha mdi Yazir zu Sure 1, Vers 4. Wir wollen hier einige Zeilen zitieren:
»Man darf die Bedeutung von zwei Begriffen nicht miteinander vermischen: die Bedeutung des Substantivs din und des din, das als ein Verbalsubstantiv für die Ableitung des Begriffs diyanet (Religionsausübung) dient. Diyanet ist ein Begriff, der die Eigenschaft des Menschen beschreibt und subjektiv ist. Din hingegen ist ein realer und unveränderlicher Begriff, welcher das eng verbindende Thema des Menschen ist. Der Unterschied zwischen den beiden ist wie der Unterschied zwischen einem subjektiven Ausspruch und den Prinzipien und Gesetzen, mit denen dieser Ausspruch in Verbindung steht. Mit anderen Worten: Religion ist ein System und eine Wahrheit, die Gott eingerichtet hat, Religionsausübung ist eine Einrichtung, die der Mensch geschaffen hat. Diejenigen, die diese Unterscheidung nicht treffen können, verfallen im Namen der Wissenschaft einem Fehler.“ 

Da die Selbstmordattentate in Israel und auch die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon keinem Staat, keinem Menschen nutzen und keinen Menschen zum Islam bekehren können, und da es sich offensichtlich um nichts anderes als Eitelkeit handelt, nämlich der Welt zu zeigen, welche Macht man über einige verirrte Menschen besitzt, die man beliebig als Bomben benutzen kann, und wie gut und ungestraft man im Namen Allahsunschuldige Menschen töten kann, obwohl diese Verbrechen zu nichts führen, so gilt es dennoch, jene Verwirrung zu entwirren, die offensichtlich dahinter steht. Denn ich habe einfach denkende Moslems - aber auch Intellektuelle gesehen, die auch noch stolz darauf waren, daß es so etwas im Islam gibt, statt die Schande für den ganzen Islam zu erkennen.
Und mit dem Begriff Eitelkeit zeigt sich denn auch der Kontext, in dem diese Erscheinung einer zunehmend globalisierten Welt gesehen und verstanden werden muß. Mit der globalisierten Informationsgesellschaft tritt heute ja nicht nur der private Glaube oder der Glaube und die Kultur einer begrenzten Region, die heute – so wie die jeweils „eigene Sprache“ - als jeweils individuelle Identität empfunden wird, in ein Verhältnis zur gesamten Menschheit, sondern mehr noch erscheint der einzelne Mensch selbst nun in zwei Dimensionen:
1.als einmalige unwiederholbare Erscheinung und als nur eigenes Erlebnis in der Welt mit eigener Geschichte, Biographie und Verantwortung vor Gott und den Menschen,
2.zum anderen aber erscheint der einzelne Mensch – in den Augen der Menschheit, wie es scheinen könnte – nur als kurzlebige, zufällige und unwichtige Nummer oder Sache, „nur einer unter Milliarden“, dessen Wert nur nach Geld, Zugehörigkeit, Paß oder Geltung gemessen wird. Der Einzelne erscheint in der Statistik materiell als Material, als Produzent und Verbraucher von Nahrung und Resourcen. 
Unter diesen beiden Aspekten ergibt sich und erklärt sich nicht nur für diese Eitelkeit mit ihrer Macht- und Geltungssucht die rein logische Problematik 
    1. des Religiösen und Theologischen, 
    2. des Politischen unserer Gegenwart, 
    3. des Kriminalistischen und der Gerechtigkeit z.B. der Strafe, wozu der ganze Komplex gehört, unter den Eigentum, Rechte, Verantwortung, Mitbestimmung, Freiheitskampf, Terrorismus, Erpressung, Extremismus usw. gehört. 
    4. die logische Problematik der Bildung, der Information, der Freiheit und Freizügigkeit, 
Dies alles muß man heute unter dem Aspekt der Entwicklung sehen und verstehen, wobei Entwicklung keineswegs nur sachlich und objektiv als eine mehr oder weniger zufällige Veränderung der Verhältnisse und als rein technischer Fortschritt verstanden werden darf, sondern als immer weiter erwachendes Bewußtsein des Menschen und des Individuums, wozu gerade unter dem Vorzeichen der Globalisierung natürlich auch eine zunehmende Konditionierung des logischen Denkens und Handelns mit der entsprechenden Möglichkeit und Verantwortung gehört.
Ganz sicher der Einfachheit halber und aus rein sprachlichen Gründen wollen wir uns die Entwicklung der Menschen in den vergangenen 2000 Jahren in Stufen vorstellen, hauptsächlich aber deshalb, weil es seit Menschengedenken so üblich ist.
Hierbei gilt es heute drei Denkfehler von vornherein zu vermeiden, die seit Menschengedenken ebenfalls üblich sind: 
  1. so man – meist als alter Mensch – die neuere Entwicklung als eine zum Schlechten und zum Falschen hin versteht, wonach man die Wahrheit, das Richtige und Bessere nur in der Vergangenheit sucht und die Tradition als Doktrin vertritt. 
  2. So man – meist als junger Mensch – die neuere Entwicklung als eine zum Besseren und zum Richtigeren hin versteht, wonach dann frühere Stufen als überwunden und falsch, rückständig und dumm abgelehnt werden. 
  3. So man beide vorherigen Standpunkte und Denkfehler miteinander vermischt oder zugleich sieht und in einen fatalen Agnostizismus und reinem Materialismus und Hedonismus flüchtet. 
Alle drei Erscheinungen findet man heute in allen Religionen.
Bezüglich dieser rein logischen und sprachlichen Problematik haben sowohl die christlichen wie die islamischen, buddhistischen wie hinduistischen, taoistischen Theologen und die aller anderen Religionen ihre Hausaufgaben zu machen, wenn sie diese nicht den Militärs, den Politikern, Journalisten, Technikern und Mathematikern überlassen wollen oder gar den Terroristen und Kriminellen, die ihre Selbstrechtfertigung oft nur als ein rein rhetorisches Problem handhaben.
Die logische Problematik.
Ich habe folgende Aufstellung der Grundfragen in Hinblick auf eine mögliche verhängnisvolle – eben aktuelle - wie auch auf eine mögliche hoffnungsvolle Systematik hin folgendermaßen aufgestellt:
Solche Systematik könnte in einer zeitgenössischen kirchlichen (auch islamischen) Dogmatik auftauchen. Z.B.:
Ein Satz bzw. eine Behauptung (Y) ist wahr, wenn der Behauptende (X) ehrlich ist und sich nicht irrt. Mit diesem Satz soll bzw. muss der Hörer, also jemand (Z), überzeugt, überredet bzw. informiert werden. Verantwortlich dafür sind alle: die Eltern, Freunde, Schulen (also der Staat), die Medien, Kirchen sowie alle Kommunikationspartner. 
Denn, wenn (Y) wahr ist, müssen alle Menschen die Behauptung(Y) akzeptieren, also auch der Hörer(Z) muß (soll) (Y) für wahr halten.
Geheimwissen ist unsozial bis kriminell.

Jetzt die Umkehrung: Ist also das, was alle für richtig halten, auch wahr?:

(Y) besagt zB.: „Es gibt nur einen Gott.“

Der Prophet (X) behauptet: „Es gibt nur einen Gott.“

Gott behauptet: „Es gibt nur einen Gott.“

Man glaubt, alle glauben: „Es gibt nur einen Gott.“

Man glaubt, alle glauben: „Gott lügt und irrt nicht.“

Man glaubt, alle glauben: „Die Bibel und irrt lügt nicht.“

Man glaubt, alle glauben: „Der Koran und irrt lügt nicht.“

Man glaubt, alle glauben: „Der Prophet und irrt lügt nicht.“

Ich (Z) muß glauben, was alle glauben?

Ich will dies aber nicht, selbst wenn ich alle aufgezählten (Y)s akzeptiere und glaube, d.h. für richtig halte.

Aber was will ich? Es geht um die Conclusion z.B. in der Frage, „Warum lügt Gott nicht?“

Weil er dieses behauptet.

Weil der Prophet es behauptet.

Weil die Person (X) es behauptet.

Weil die Person (Z) es glaubt.

Weil man es glaubt.

Weil alle (Z) es glauben.

Weil die demokratische Mehrheit es glaubt, bzw. behauptet.

Weil es zu glauben befohlen wird.

Weil es Gesetz ist.

Weil eine Zuwiderhandlung, nämlich dies nicht zu glauben, bestraft wird mit dem Tode.

(Kausalität: Wenn ich dieses tue, tut Gott das.

Damit Gott das tut, brauche ich nur dies zu tun. Und schon habe ich Gott vor meinen Karren gespannt.)

Kein theologisches Religiöses Thema, sondern ein logisches.: Gott ist keine alte Maschine aus dem Jahre 630 des Propheten oder aus dem Jahre , die so und so funktioniert: ich verspreche einem jungen Menschen, daß diese alte Maschine einen Selbstmörder sofort in einen wunderbaren Himmel katapultiert mit schönen Mädchen, herrlichen Getränken usw. Ich muß der Maschine nur einprogrammieren, daß es sich um einen heiligen Krieg handelt. Einen heiligen Krieg kann jeder ausrufen, Moslems gegen Moslems, Moslems gegen Christen, Amerikaner und gegen wen sie wollen.

Ein ähnliches Denkproblem, wie es die Nationalisten im 2. Weltkrieg hatten, die sich alle Panzer, Kannonen usw. anschafften mit der Nation als Rechtfertigung, haben nun Leute, die sich alle diese alte Gott- bzw. Paradiesmaschine anschaffen.

Pornographisches Paradies: der Mitmensch ist sexuell verfügbar. Traum Bin Ladins?: keine blöde, ungebildete Islamin sondern gebildete Amerikanerin.

Auch ein nichtreligiöser Mensch, weiß, daß diese Paradiesmaschine nicht existiert, sondern Folge eines Denkfehlers ist.

(wird fortgesetzt)